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Felix- und Regula Quellen / Linth-Quellen im Tierfehd/Linthal Glarus Süd – Bildrechte: David McLion

Prof. Dr. Joachim Kohlhof, Wirtschaftswissenschaftler, Gründer des Collegs für Wirtschafts- und Unternehmensethik in Mehren/Eifel (D) und langjähriger Schirmherr der VITAO® Ethic Community Glarus Süd hat in seinem Buch “Die verführte Gesellschaft – ist Ethik nur eine Theorie im Kopf?“ dem Pilgerweg Felix und Regula ein ganzes Kapitel gewidmet. Über die Zusammenarbeit mit David McLion auf einem für Marketing etwas ungewöhnlichen Weg:

Wertemanagement und Wirtschaftsförderung, Tourismus Marketing und Oekumene-Konfliktmanagement – das alles lässt sich gemeinsam anpacken. Schliesslich hängt alles miteinander zusammen, auch wenn diese Fäden sehr dünn, für nicht wenige nahezu unsichtbar sind.

In den Guidelines des VITAO® Ehrencodex werden im 9. Kapitel Positionierungs-Fragen an Kantone gestellt.


CHECKLISTE FÜR KANTONE

9.7 Welche topographischen Besonderheiten (Gebirge, Seen, Wasserwege…) beschreiben Ihre Destination und sorgen für Einmaligkeit bzw. prägten über Jahrhunderte die Identität seiner Bewohner, Bürger, Unternehmer, Politiker?

9.8 Welche Industrien haben sich in dieser Landschaft im Sinne naturgegebener Ausgestaltung angesiedelt und dem Gebiet historisch gesehen unnachahmliches Profil gegeben?

9.9  Welche naturgegebenen Ressourcen sind noch zu erschliessen oder auszubauen, damit über Jahrzehnte hinweg dem Kanton / der Region optimale Überlebensbedingungen in weitestgehender Unabhängigkeit garantiert werden können?

9.10 Welche Infrastrukturen / Netzwerke sind noch auszubauen, um zu gewährleisten, dass auch eine Landschaft im geografischen Abseits bestmögliche regionale bis internationale Verbindungen eigenverantwortlich aufrecht erhalten kann?

„Auf den Spuren der Heiligen Felix und Regula zwischen den Quellen im Tierfehd, Glarus Süd und Zürich“ –  als eine über Jahrhunderte gewachsene geistige Verbindung – war für den Innovator David McLion ein „gefundenes Fressen“. Brücken zu bauen zwischen Ökumene und Wirtschaftsförderung, Tourismus und Pilgerismus – da schlägt das Herz des Marketing-Hybriden höher. 


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Glarus Süd mit Blick auf den Tödi (3.614 m ü.M.) Bildrechte David McLion

Wer sind die Heiligen Felix und Regula und wo liegen ihre Quellen? Welchen Zusammenhang bietet das Thema mit der Stadt Zürich? Das Glarnerland liegt vor den Toren Zürichs und ist verkehrstechnisch über zwei S-Bahnlinien verbunden (1 Stunde bis Linthal).

Textauszüge aus Joachim Kohlhofs „Die verführte Gesellschaft – ist Ethik nur eine Theorie im Kopf?“

Aus der freien Enzyklopädie Wikipedia erfahren wir, dass es sich bei Felix und Regula eher um zwei unbekannte Heilige der römisch-katholischen Kirche handelt. Es sind Geschwister, die Mitglieder der Thebäischen Legion – einer römischen Einheit – waren und im Jahre 302/303 n. Chr. bei Aganum im heutigen Kanton Wallis in der Schweiz den Märtyrertod Tod durch Enthauptung fanden. Sie werden als Stadtpatrone von Zürich verehrt, gemeinsam mit dem dritten Stadtpatron Exuperantius, der mit ihnen das gleiche Schicksal teilte.

Der Legende nach starten sie durch die diokletianische Christenverfolgung. Sie wurden – wie viele andere verfolgte Christen in der damaligen Zeit – durch römische Eiferer aufgespürt und anschließend geköpft. Im Grossmünster der Stadt Zürich – im Fraumünster und der Wasserkirche – werden sie bis heute verehrt. Ihr Gedenktag ist der 11. September.

Was war vor mehr als 1700 Jahren passiert?

Nach dem Rat des Kommandanten der römischen Legion Mauritius waren Felix und Regula gemeinsam mit ihrem Diener Exuperantius über die Furka, das Reusstal und den Klausenpass ins Glarnerland gelangt. Dort folgten sie der Linth bis zum Zürichsee und erreichten schließlich das römische Lager Turicum, das heutige Zürich, wo sie blieben und ihrem christlichen Glauben dienten.

Der für seine Grausamkeiten besonders berüchtigte römische Kaiser Maximian nahm die Verfolgung der Christen bis nach Turicum auf und seine Häscher spürten sie während ihrer Gebete zu Gott auf. Da sie nicht gleich erkannt wurden, stellten die Verfolger die Frage, ob sie Gefährten der übrigen flüchtigen Angehörigen der thebäischen Legion seien. Als Christen der Wahrheit verpflichtet, offenbarten sie Ihre Identität und bekannten sich dieser Legion zugehörig. Trotz Androhung von Folter und Tod ließen sie sich nicht zum Opfer an die römischen Götter Jupiter und Merkur zwingen. Auf Befehl des Kommandanten die ergriffen die Christenverfolger die Delinquenten und führten sie auf eine kleine Insel in dem Fluss Limmat. Dort wurden sie schließlich enthauptet. Engel sollen anschließend die Leiber der Enthaupteten, die ihre Köpfe in den Armen trugen, genau auf 40 Ellen (Schritte) den Berg hinauf getragen haben, wo sie begraben wurden.

Schriftliche Hinweise zu dieser Legende finden sich in der Stiftsbibliothek in St. Gallen und stammen aus der zweiten Hälfte des achten und neunten Jahrhunderts. Die Legende von Felix und Regula, den beiden Märtyrer Geschwistern, verbreitete sich in den folgenden Jahrhunderten und wurde aus der lateinischen Urschrift bis in die Schweizer Mundart Sprache bildhaft und wortreich ergänzt.

So wurde überliefert, dass der grausame Tyrann Dezius den zum Tod Verurteilten befahl, ihren Nacken zu zeigen, damit ihre Häupter abgeschlagen werden konnten. Als die zur Enthauptung Verurteilten dies gehört hatten, beteten sie und streckten ihre Hände zum Himmel. Sie neigten ihre Nacken und starben so den Märtyrertod für ihren Herrn und Gott.

Auch diese Legende gehört zur Gattung der sogenannten Martyriums Geschichten. Vieles wurde im Laufe der Jahrhunderte hinzu gedichtet, und vieles ist wahr. Kern der legendären Botschaft ist die Standhaftigkeit im Glauben der jungen Christen und die Willensstärke der mit ihrem Leben Bedrohten in den Grenzsituationen ihres Lebens. Das Leiden und Sterben des Gekreuzigten dient hier oftmals als Vorlage der eigenen persönlichen Leidensgeschichten und unterstreicht die Unerschütterlichkeit ihres Glaubens an Jesus Christus und seine heilige Passion.

Der geschichtliche Hintergrund ist authentisch. In der Zeit zwischen 302 und 305 nach Christus wütete die diokletianische Christenverfolgung und forderte das Leben zahlreicher anderer Glaubensbrüder. Diokletian machte Maximian im Jahre 286 zum mitkaiserlichen Christenverfolger. Letzterer zeichnete sich durch besondere Tyrannei und Brutalität im Umgang mit gefangengenommenen Christen aus.

Das Motiv der Reise der beiden Geschwister von Thebäis in Ägypten bis hin zum Kastell Turicum war der Verzicht auf materiellen Wohlstand, um das eigene Leben vollkommen in den Dienst Gottes zu stellen. Es war eigentlich eine Pilgerreise, die dazu dient, ein neues gottgefälligeres Leben zu führen und das alte Leben mit der Verehrung römischer Gottheiten zu beenden. Am Ziel ihrer Reise, wo der Abfluss des Zürichsees in die Limmat einmündete, wollten die Pilger ihren Frieden finden. Und ausgerechnet dort treffen sie auf ihre Henker.

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Zum Gedenken an diese Ereignisse fand im Jahre 2013 wieder eine Pilgerreise statt. Beginnend bei den beiden Quellen Felix und Regula, deren Flusslauf sich vom Tierfehd, nahe dem Quellgebiet der Linth im Tödi-Massiv, durch den Kanton Glarus schlängelt und schließlich in den Zürichsee einmündet, verlief der Pilgerweg über Kloster Uznach, Rapperswil bis nach Zürich.

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Diese Wallfahrt setzt eine lange Tradition früherer Pilgerreisen fort, die schon in vorreformatorischer Zeit einsetzten und zu den Heiligen Felix und Regula führten. Im Kreuzgang der Grabkirche von Felix und Regula, dem Grossmünster in Zürich, befindet sich eine Zeittafel, die eine erstaunliche Notiz aufweist: im Jahre 1525 wurden Messe und Abendmahl abgeschafft, und ein Jahr zuvor unter Zwingli der Heiligenkult beendet und die Kirchenschätze beschlagnahmt. Dies war der Auslöser dafür, dass die Reliquien der beiden Heiligen nach Andermatt gebracht wurden, wo ihre Häupter seither in der Pfarrkirche aufbewahrt werden.

Pilgern heißt, auf dem Weg sein, um sein eigenes Kastell zu erreichen. Wallfahrten mit den unterschiedlichsten Menschen in der Gemeinsamkeit auf das letzte Ziel hin und in der geistigen Nähe zu den Heiligen, ist wohl die Hauptmotivation aller Pilger. Sie alle spüren auf ihrer Pilgerschaft einen Hauch der Botschaft Jesu Christi, zu der die meisten von uns ein offenes Ohr haben.

Die VITAO® Allianz Schweiz – ein Mehrwert-Netzwerk unter der Leitung von David Mclion hat das Tor zur wiederbelebenden Selbstreflexion über die Stadtheiligen von Zürich weit aufgestoßen und den Pilgerweg „rekultiviert“.

Er hatte den Mut, den schlummernden Riesen mit seinem professionellen Engagement für den Kanton Glarus touristisch zu wecken und die Neugier potentieller Pilger, wie auch solcher, die sich am Wandern durch urige Naturlandschaften erfreuen, zu stillen. Gern haben sich Kirche und Kanton seinem Engagement geöffnet und die Chance erkannt, sich und die Heiligen wieder mehr ins Gespräch zu bringen.

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Die erste der 44 Detailkarten auf  der Basis von Google-Karten aus dem Prospekt

Von den Felix-und-Regula-Quellen im südlichen Glarnerland entlang der Linth bis zur Limmat, so verkündet die Marketingbotschaft des Kantons Glarus, soll dem Pilger und Wanderer wieder bewusst gemacht werden, auf welchem Weg er sich in dieser Welt bewegt. Die Jagd nach dem redlichen und unredlichen Geld sollte für einige Tage des Lebens unterbrochen werden, um vielleicht für einen Moment einen neuen Standort für sich selbst und eine neue Vision des eigenen Daseins zu finden.

Die schweizer Ökumene hat dieses Verlangen aufgegriffen und marketing- und internetgestützt nutzbar gemacht, und zwar in der Erkenntnis, dass die historischen Wurzeln der Pilgerschaft zu den Heiligen Felix und Regula in ihrem Boden ruhen und von ihr ausgehen. Dies soll jedoch keine Eintagsfliege sein, sondern muss von den christlichen Kirchen selbst gepflegt und gefördert werden, um es nicht ausschließlich dem non-klerikalen Engagement zu überantworten. Es ist immer ein Zeichen gelebter und praktizierter Seelsorge, wenn die Kirchen sich um ihre Schafe vor Ort bemühen, egal aus welchem Stall sie kommen. Die Stärkung des Glaubens an Gott durch ihre anvertrauten Gläubigen wird in besonderer Weise der örtlichen Kirche zugute kommen (…)

Als langjähriger Schirmherr der VITAO® Ethic Community bin ich stolz darauf, dass aus den ursprünglichen Ansätzen und Absichtserklärungen nunmehr ein Projekt entstanden ist, dem ich eine lang andauernde Wiederbelebung wünsche. Auf diese Weise wird dem Anliegen der Ethic Community mit dem Label „I am responsible“ sichtbar Rechnung getragen, nämlich, dass der Kanton Glarus es ernst meint, unter den Kantonen der Schweiz eine besondere ethische Stellung einzunehmen, und sich verantwortlich zeigt für die Aufgaben und Fragen dieser Welt. Der Weckruf zur Pilgerschaft ist vielleicht der Beginn von vielen Weckrufen, auf die wir uns alle einlassen sollten. So gesehen ist jedes Sich-auf-den-Weg-Machen ein Aufstehen, ein eigenes Auferstehen von unseren tradierten und eingeübten Gewohnheiten und eingefahrenen Bequemlichkeiten. Der Märtyrer ist deshalb beispielhaft, weil wir oft selbst kopflos sind, ohne Sinn und Verstand unser Leben vergeuden und das „Haupt auf dem Arm“ tragen. Das beginnt jedes Mal dort, wo wir wegschauen, wenn wir helfen sollen, und wenn wir Widerstand leisten sollten, während wir applaudieren (…)

Was soll eine Wallfahrt in postkapitalistische Zeit, in der die Korruption blüht,, noch bewirken, in der das Chaos zu Lebenskultur erhoben wird und die Menschen sich gegenseitig entfremdet haben? Die Kirche hat in den vergangenen Jahrhunderten immer weiter den Zugang zu ihren Gläubigen verloren und keine Antwort gefunden auf die drängenden Fragen unserer Zeit.

Was bezweckt eine solche Pilgerreise zu den Heiligen Felix und Regula, zum Heiligen Rock oder zu anderen Reliquien der Christenheit noch heute? Münden diese Veranstaltungen nicht in eine Sackgasse? Dienen sie nicht doch nur der Befriedung einiger Würdenträger oder ewig Gestriger, die ihr Leben nur in der Enge katechetischer Frömmigkeit und stoischer Pflichterfüllung ertragen und für sich selbst keine andere Perspektive erwarten?

Nun, jede Wallfahrt ist zunächst eine Auffrischung vergrabene Erinnerungen. Sie dient in vielfacher Weise der Begegnung mit völlig unterschiedlichen Gleichgesinnten in Gedanken, Worten und in Werken. Es spielt dabei keine Rolle, ob eine Wallfahrt von den Gnomen in Zürich, Frankfurt oder New York unternommen wird oder von Heil suchenden Mitchristen. Immer geht es bei Pilgerfahrten um die für sich selbst lebensentscheidenden Fragen: Wie steht es mit mir, mit meinem Leben und mit meinem Christentum? Was muss ich tun, um erlöst zu werden? Welches Leben von mir findet vor Gott Gnade? Hier hat keiner Prioritätsrechte, weder Kirchenfürst noch Vasall, weder Wirtschaftsführer noch Arbeitssuchender,  weder Machthaber noch Machtloser.

Niemand gibt Antwort. Die Kirche tut sich schwer, weil sie ihre eigenen Sünden nicht beichten will, und der Staat, weil er keine Antworten kennt. Mit unserem Glauben stehen wir alleine da. Laden denn nicht gerade Wallfahrten dazu ein, das persönliche Defizit zu schließen? Erinnern wir uns da nicht der Heiligen und auch der Reliquien, die uns Zeichen sein können, in unserer menschlichen Verzweiflung Trost zu spenden? Die Heiligen, Felix und Regula, Jakobus und Matthias könnten Ansporn sein, so wie vor 2.000 Jahren die Heiligen Drei Könige, sich auf den Weg zu machen, um näher bei Gott zu sein.

So sind die Leitgedanken unserer irdischen Pilgerschaft persönlich sehr different und dennoch irgendwie gleich. Der Trierer Leitspruch „Führe zusammen, was getrennt ist“ oder die Gedanken zu Felix und Regula „So wie das Leben fließt, so bleiben auch wir in ständiger Bewegung und Auseinandersetzung mit unserem Glauben“ haben letztlich nur ein Ziel: der eigenen Erlösung näher zu kommen. Dies gelingt uns nur, wenn wir den Weg zu uns selbst finden, den Kontakt zu Gott herstellen und schließlich den Zusammenhalt zwischen unseren Kulturen und den Generationen suchen und pflegen. Es geht um die persönliche Entfaltung ebenso wie um die Förderung eines respektvollen und menschengerechten Umgangs. Das Wandern auf einem inneren Pfad zu uns selbst, zu Gott, zu unseren Mitmenschen und unserer Mitwelt erfordert den ganzen Menschen, nämlich seine Bereitschaft, neu gewonnene Erfahrungen für sein eigenes Leben gewinnbringend umzusetzen.

Die christliche Soziallehre formuliert die Prinzipien unseres christlichen Handelns, wie Personalität, Solidarität, Subsidiarität, Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Daraus entsteht eine ethisch normierte Argumentationsstruktur, die nicht zuletzt als Grundlage einer sozial- und wirtschaftsethischen Verhaltensweise dient. In der Argumentationskette fehlt bedauerlicherweise der Begriff Solidarität. Aber sie ist gerade heute Dreh- und Angelpunkt eines wirtschaftlichen Verhaltens, welches die Krisen unserer Zeit heraufbeschwört und uns immer wieder die Verletzlichkeit wirtschaftlichen Handelns für das Wohl der Menschen vor Augen führt.

McLion sieht die Ethik als eine Art Pfeilspitze, die hilft, den Kampf des Lebens zu gewinnen. Alles im Leben ist Kampf: Kampf gegen die eigenen Unzulänglichkeiten und Kampf gegen die Macht Intrigen der Anderen. Aber auch Kampf für Fortschritt und Innovation und Kampf für das Bessere und den Erhalt ethischer Werte. Zugesehen führen wir ein Leben lang Krieg. Krieg gegen uns selbst und gegen Andere. Von Kindesbeinen an lernen wir, uns durchzusetzen. Je wirkungsvoller wir dabei gegen unseren eigenen Kopf gebremst werden, desto raffinierter wird unsere Gegenwehr, und desto ausgefeilter werden unsere selbstgeschmiedeten Waffen zur Durchsetzung unserer persönlichen Lebensidee. Aber es gilt auch, je ohnmächtiger wir sind und in diesem Kampf unterliegen, desto mehr Kräfte und Fähigkeiten bilden sich aus, den Weg der Vergeltung, der Rache und der Zerstörung unserer Mitwelt zu organisieren.

In der Welt der Verlierer, der Neider, der Missgönner und des Hasses will die Ethic Community einen ethischen Weg einschlagen, quasi einen eigenen Pilgerweg zu den vielen Heiligen ebenen, auf deren Fürsprache jeder von uns vertraut. Dieser Weg soll Fehlentwicklungen stoppen oder zumindest hierüber die Diskussion aufnehmen. Aber wie sollte das gelingen, wenn man nicht in taube Ohren flüstern will? Wenn der Bauch leer ist, ist bekanntlich dem Kopf nicht mehr nach Moral. Da wird geplündert, da herrschen andere Sitten, da ist Revolution statt Evolution. Da rotten sich die Schwachen, die Verlierer, die Vernachlässigten und Betrogenen zusammen und wollen nur eines, nämlich gemeinsam ihrem Zorn freien Lauf lassen. Dies ist im Großen genauso wie im Kleinen, in der Gesellschaft wie in der eigenen Familie, so David Mclion.

In der Spirale der Verantwortungslosigkeit, in der Enteignung von menschlicher Würde und moralischem Restanstand der vielen Davids gegen die Goliaths, der Kleinen gegen die Großen dieser Welt, der Ehrlichen gegen die Korrupten, der Anstandsgerechten gegen die Betrüger finden wir uns letztlich wieder. Die Welt ist so, wie sie ist, sie gibt denen am meisten Raum, die herrschen und nicht beherrscht werden wollen, die selbst bestimmen und nicht fremdbestimmt werden wollen, die die Macht suchen und das Sagen haben wollen. Macht es dann überhaupt noch Sinn, die Davids allein mit ethischen Werten, Verhaltensweisen und Normen zu überzeugen? Wenn die Glocken der Kirchen zur Andacht läuten und keiner geht mehr hin, dann verbluten die Menschen innerlich, auch wenn sie sich lieber zeitgleich in der benachbarten Kneipe mit Alkohol betäuben. Die Not ist groß und niemand hilft, sie aus ihrem seelenlosen Schlamassel zu befreien. Sie, die Menschen, stehen vor dem Ausverkauf ihrer Träume von Gerechtigkeit. Ihr Glaube entartet zur Gewissheit, dass es keinen Sinn mehr macht, dem Leben etwas Positives abzuringen. Das irdische Dasein ist von Grund auf schlecht und nur noch für eine Minderheit lebenswert. The winner takes it all.

In dieser Welt der scheinbaren Hoffnungs- und Aussichtslosigkeit mutet es wenig erfolgversprechend an, Gläubige für eine Pilgerschaft zu begeistern oder sogar an ihre Verantwortung zu appellieren. Dies ist der Anspruch unserer Botschaft, dass alle Menschen für sich und andere eine Antwort geben auf die Frage zu ihrer persönlichen Verantwortlichkeit in dieser Welt. Nicht diejenigen, die als Saufbrüder in der Kneipe ihre Zeit totschlagen, sind schuld, sondern diejenigen, die ihnen Lebensperspektiven bieten könnten, sich aber selbst verweigern. Jeder David kann gegen einen übergroßen Goliath gewinnen. Er muss nur wissen, wie er sich selbst einzuschätzen hat, welche Werte in antreiben und wie er den empfindlichsten Punkt, seine Achillesferse treffen kann. Ein David, der mit einem „Stein der Weisen“ auf den wirkungsvollsten Punkt „des inneren und äußeren Gegners“ abzielt, lernt seine  Schleuder so einzusetzen, dass er trotz seiner geringen Größe und seiner Schwäche ebenbürtig wird oder sogar überlegen ist.

Die VITAO® Ethic Community im Kanton Glarus weiß um die Notwendigkeit der Wiedergewinnung ethischer Ressourcen in unserem Alltag. Sie unterstützt die Bemühungen, wieder eine Symmetrie zwischen unserem Denken, unserem Sagen und unserem Handeln herzustellen. Alles, so scheint es, ist inzwischen asymmetrisch geworden und findet keine Deckungsgleichheit und Übereinstimmung mehr, weil das Vertrauen in die geschäftlichen und persönlichen Partnerschaften verloren gegangen ist. Aufrichtigkeit, Anstand Offenheit und Verlässlichkeit bleiben auf der Strecke und werden vergeblich gesucht. Ethik als Pfeilspitze, zu David Mclion, braucht eine Bogenspannung und ein gutes Augenmaß für das anvisierte Ziel. Und: Ethik ohne innovative Vorwärtsstrategien und die genaue Einschätzung der eigenen Kraft muss ihr Ziel verfehlen.

Felix und Regula bedeuten in deutscher Übersetzung „der Glückliche und die Richtschnur“, d. h. der richtige Maßstab des Lebens. In der Zusammenführung beider Namen sollte der gläubige Mensch auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens erkennen, dass in den Grundsätzen seines Glaubens und seines Lebenslaufes das wahre Glück gefunden werden kann. Das ist unumstößlich und für die Menschheit heute und in der Vergangenheit eine unerschütterliche Lebensweisheit und Geschichtserfahrung. Der Pilgerweg führt uns in die richtige Richtung. Er lässt uns zu dieser Erkenntnis unterwegs sein mit unseren Gedanken, Gesprächen und Begegnungen.

Pilgern ist Seelsorge mit den Füßen. Solange aber die Kirchen, egal welche ökumenischen Provenienz, nicht begreifen, dass jede Pilgerschaft auch ihrer seelsorgerischen Arbeit dienlich ist und nicht nur allein auf dem Rücken freiwilliger Helfer und Helfershelfer ausgetragen werden kann, solange fehlt es an dem Verständnis, dem gläubigen Menschen auf der Suche nach Gott in jeder Hinsicht helfend und begleitend zur Verfügung stehen zu müssen.”

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Vorgeschmäckle: Ob Pilgern oder wandern… unterwegs sein… die innere Ruhe finden…  reine Natur atmen… von den Felix und Regula Quellen im Gebiet des Unesco Welterbes Tektonikarena Sardona…  auf Naturpfaden durch das Glarnerland… entlang der Linth und dem Linth-Escher-Kanal… und kilometerlangem Uferweg am Zürichsee… vorbei an Kirchen, Klöstern und Naturschutz-Zonen. Mit dem Schiff von Rapperswil nach Zürich, reines Entspannen für Körper, Geist und Seele.

Die nachfolgenden Abbildungen sind aus dem aktuellen Pilger- und Wanderführer – einem Sponsorprojekt der VITAO® swiss association. Alle Karten in nichtkommerzieller Nutzung von Google®Maps – Gestaltung  und Rechte: ©20013-2018 David McLion

Und hier noch ein LINK zum Kurzbeschrieb der 20 Kirchen und Klöster auf dem Pilgerweg zwischen Linthal und Zürich.

Textausschnitt aus “Die verführte Gesellschaft”:

“Für Felix und Regula gab es seinerzeit keine organisierte Pilgerreise. Das Ziel ihrer Flucht aus Ägypten war die Hoffnung auf ein friedliches Leben, und dennoch stand am Ende ihr Tod.

Kardinal Kurt Koch beschreibt auf seine Weise das Unterwegssein der Menschen mit den Worten: das äußerliche Unterwegssein der Menschen ist Ausdruck eines inneren Unterwegsseins und der Sehnsucht nach einem guten Ziel der Lebensreise. Denn die Menschen sind umgetrieben von den Fragen, woher sie kommen und wohin sie gehen und wer sie im Licht ihrer Herkunft und Zukunft sind, und die Menschen entdecken im Ringen um Antworten auf diese Fragen, dass sie nur im Unterwegs sein wirklich bei sich selbst sein können. Ökumenisch betrachtet, kommt darin zum Ausdruck, dass alle Pilger – nicht nur Christen – immer mehr zueinander finden, je mehr sie sich gemeinsam auf den Weg zu den Heiligen begeben, die in ihrem Leben Vorbild für alle Menschen waren.

Es wäre schön, wenn den kirchlichen Worten auch tatsächlich Taten folgen würden. Die Zeit wäre reif dazu.”

Christian Buschan Mitbegründer der LinthAkademie und Notfallseelsorger Care Zürich

Christian Buschan
Mitbegründer der LinthAkademie und
Notfallseelsorger Care Zürich
siehe auch den Beitrag
https://vitaosphaere.wordpress.com/2013/08/25/ikonen-ein-beitrag-von-christian-r-buschan/

Immer wenn eine Ikone geschaffen wird,
wenn lautere und wahre Schönheit
aus dem Herzen eines Künstlers hervorgeht,
ist das ein Geheimnis, wunderbar und bewegend.

(Boris Bobinskoi)

-.-.-.- 

 Das erste Ziel der Ikone ist nicht Pracht und Zierrat,
sondern eine schlichte Aussage über den Glauben.
Aus diesem Glauben zieht die Ikone ihre Schönheit.

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Ikone Alexander J. Newski

Alexander Jaroslawitsch Newski (russ. Александр Яарославич Невский; 1220-1263) war ein russischer Fürst, Heerführer und Nationalheld. Ab 1236 war er Fürst von Nowgorod. 1240 besiegte sein Heer bei St. Petersburg an der Newa die schwedischen Invasoren. Von jenem Ort wurde sein Beiname „Newski“ abgeleitet. Ebenfalls 1240 schlug sein Heer in der Entscheidungsschlacht auf dem Eis des zugefrorenen Peipussees die deutschen, dänischen und baltischen Kreuzritter. 1252 wurde er zum Großfürsten von Wladimir ernannt und 1547 von der russisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen. Zar Alexander der Große ließ seine sterblichen Überreste in die Hauptkathedrale des Alexander Newski-Klosters in St. Petersburg überführen. Seither gilt er als der Schutzheilige von St. Petersburg.

Diese Ikone zeigt Alexander Newski im fortgeschrittenen Alter. Er ist fürstlich gekleidet mit Bärenfell-Stola und golddurchwirktem Brokatgewand. Nachdenklich-melancholisch schaut er auf sein wechselvolles Leben zurück.

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Ikone Gottesmutter von Wladimir

Die Ikone der Gottesmutter von Wladimir (russ. Влади́мирская ико́на Бо́жией Ма́тери, Andrej Rubljow zugeschrieben), die so genannte Vladimirskaja, ist ein Nationalheiligtum Russlands und eine der wichtigsten Ikonen der gesamten russischen Orthodoxie. Sie wurde im frühen 12. Jahrhundert in Konstantinopel gefertigt und stellt ein herausragendes Beispiel der Ikonenmalerei dar. 1155 wurde die Ikone nach Wladimir gebracht, wo sie in der Uspenskij-(Mariä-Entschlafens-)Kathedrale verwahrt wurde. Als die heilsbringende Jungfrau von Vladimir wurde die Marien-Ikone im 14. Jahrhundert zum meistverehrten Bild Russlands. 1395 wurde die Ikone nach Moskau gebracht, wo sie später ihren Platz in der Ikonostase der Uspenski-Kathedrale erhielt.

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Ikone Joseph mit seinem kleinen Sohn

Der hl. Joseph wird von den Evangelisten Matthäus und Lukas erwähnt. Nach beiden Evangelien war Josef das Bindeglied zwischen dem Königs­haus Davids und dem Messias. Er war ein Mann des Glaubens und des Vertrauens, Mit­wisser göttlicher Geheimnisse, ein großer Schweiger. Für einen Normalsterblichen war es nicht leicht, bei der Schwangerschaft seiner jungfräulichen Verlobten an ein Mitwirken des Heiligen Geistes zu glauben. Viele Ikonen zeigen ihn deshalb vom Geburtsgeschehen abgewandt, zweifelnd. Als liebe­voller Gatte der Jungfrau Maria hat er an Jesus dennoch die Stelle des Vaters vertreten. Die öffentliche Verehrung des hl. Josef beginnt im Abendland erst im 14./15. Jahrhundert.

Die Ikone zeigt den hl. Joseph in tiefen Gedanken, seinen kleinen Sohn auf dem Knie haltend. Das Kind habe ich mit orientalischen Zügen gemalt, sozusagen als kleinen Palästinenser. 

Bilder aus einem Kurs mit Susanne Guler im Kloster Wurmsbach, an dem Christian Buschan teilgenommen hat.
Kontaktaufnehme: susanne.guler@ikonographie.ch

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Christian Buschan Mitbegründer der LinthAkademie und Notfallseelsorger Care Zürich

Christian Buschan
Mitbegründer der LinthAkademie und
Notfallseelsorger Care Zürich
Christian Buschan siehe auch unter http://oxovitao.wordpress.com/

 

Ikonen

Quelle: Seiten 68-78 aus „Der heilende Kuss der Gottesgebärerin – Marienverehrung aus psychologisch-logotherapeutischer Sicht“, Master-Thesis Christian R. Buschan in Spiritueller Theologie, 2011 Universität Salzburg. Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Grigorios Larentzakis, Graz und Chania (Kreta). Publiziert 2012 im Fromm-Verlag Saarbrücken, ISBN 978-3-8416-0306-7

Die Ikonen der Ostkirchen repräsentieren die transzendente Wirklichkeit Gottes und alles Heiligen auf eine Weise, die nicht einzig den Auffassungen der Kirchenväter, sondern auch zeitgenössischer Theologie entspricht:

„Wenn transzendente Wirklichkeit alles übersteigt, so übersteigt sie auch alle unsere Möglichkeiten, sie zu erfassen. Um erneut Anselm von Canterbury zu zitieren: Wenn Gott das ist, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, dann muss Gott größer sein als alles, was gedacht werden kann (Proslogion 15). Auch zu dieser Einsicht finden sich, wie zuvor gezeigt, zahlreiche Parallelen inner­halb aller großen religiösen Traditionen.43 Sie gebietet mit geradezu eherner Strenge, sich kein Bild von der göttlichen Wirklichkeit zu machen, auch kein theologisches! Oder genauer gesagt, diese Wirklichkeit erweist alle unsere menschlichen Bilder von ihr als vorläufig, da sie immer größer bleibt als alles, was diese Bilder erfassen und ausdrücken. Keines unserer Gottesbilder und keine unserer Transzendenzvorstellungen darf an die Stelle dieser Wirklichkeit selbst gesetzt werden. Die Demut angesichts der absoluten Transzendenz der letzten Wirklichkeit verbietet jede Verabsolutierung ihrer symbolischen, dogmatischen oder kultischen Repräsentationen. Kein endlicher Hinweis auf das Unendliche vermag dessen Unendlichkeit zu erschöpfen oder gar zu ersetzen. Diese Einsicht kann uns einerseits davor bewahren, die eigene religiöse Tradition absolut zu setzen. Und andererseits kann sie uns zu der Einsicht führen, dass dort kein Götzendienst vorliegt, wo in gleicher Radikalität die alles übersteigende Erhabenheit dieser letzten Wirklichkeit bekräftigt wird.“[1]

„Durch die Ikone, die die Gegenwart göttlicher Kräfte symbolisiert, lebt der Mensch in einer fühlbaren Nähe Gottes. Er gibt sich willig in Seine Hand und er weiß sich demütig mit dem Kosmos und aller Kreatur verbunden, in die sein Schicksal eingeschlossen ist.“[2]

Ikonentheologie

In der Ikone geht es „wesentlich um Vergegenwärtigung und Verkündigung der Heilswirklichkeit (genauer: um deren Epiphanie).“[3] Wer heilige Ikonen mit Ehrfurcht ansieht, erschaut das Wesen der Dargestellten. In der Ikone wird die Gegenwart Gottes, die Menschwerdung seines Sohnes, das Wesen der Gottesgebärerin und aller Heiligen erfahrbar. Ihr Bild ist Symbol, ist Träger ihrer Gegenwart. Deswegen wird die heilige Ikone mit großer Ehrfurcht behandelt, sie wird gesegnet, mit Öllämpchen erhellt, gegrüßt, geküsst, verehrt. „Jede Ikone, die wir verehren, sagt uns: ‚Du, der/die mich küsst und dich vor mir verneigst, bist auch Ikone und sollst immer mehr und immer neu Ikone werden!“ [4] Ikonen sind heilige Elemente gelebter Eucharistie – sei es im Gottesdienst oder in der Wohnung der Gläubigen. Wenn wir essen, verwandeln wir die Speise in uns. In der Eucharistie ist es umgekehrt: Die geheiligte Speise, die wir dabei empfangen, verwandelt uns in sie selbst, wir werden gewandelt zum Leib Christi. Doch bedenken wir dabei: „Nur tot kann das andere Wesen den Menschen ernähren…Die Einverleibung ist ein Vorgang der Vernichtung…Essen und Trinken sind Weisen, wie der Mensch sich Wirklichkeit aneignet und wirklich erhält.“[5] Die Ikone als Abbild alles Heiligen unterstützt auf geistiger Ebene diese Aneignung und Wandlung. Damit lehrt sie uns gnadenhaft, unsere Nächsten zu lieben wie uns selbst.[6] Denn je mehr wir Gott durch sein Abbild hindurch lieben mit Ehrfurcht, Zartgefühl und Heiligkeit, umso mehr lieben, absorbieren und verkosten wir das nach dem lebendigen Abbild Gottes Geschaffene: Seinen Sohn Jesus Christus, unseren Nächsten und uns selbst.[7] Ikonen vermitteln uns die Gegenwart der Heilsgeheimnisse. Sie schenken uns die Möglichkeit, uns in den Raum der Gegenwart Gottes hineinzubegeben, sie lehren uns, ehrfürchtig vor Gott zu stehen, Ihn anzubeten, Ihn anzuflehen – und nicht etwa das gemalte Bild als solches. Ikonographie bedeutet nicht zwingend, dass Ikonen „geschrieben“ statt gemalt würden, wie oft gesagt wird.[8] Ikonographie bedeutet vielmehr eine Methode zur Erschließung und Deutung einzelner Bildelemente von Ikonen. Diese sind selber „Heilige Schrift“ und haben oft eine ähnlich offenbarende Kraft. So ist die berühmte „Hagia Trias“ des russischen Malermönchs Andrej Rubljow eine symbolische und genaue Darstellung der Dreifaltigkeitslehre.

„Den Stellenwert der Ikone im orthodoxen Glauben formuliert bereits die Synode von 870 in Kon­stantinopel: »Die heilige Ikone unseres Herrn Jesus Christus ist in gleicher Weise zu ehren wie das Buch der heiligen Evangelien. Denn was in Silben die Rede, das kündet und empfiehlt auch die Schrift, die aus den Farben besteht. Wer daher die Ikone unseres Erlösers nicht verehrt, der soll auch bei seiner zweiten Ankunft seine Gestalt nicht schauen. Auch malen wir die Ikone seiner allreinen Mutter und die Ikonen der heiligen Engel, wie diese ja auch die Heilige Schrift in ihren Worten cha­rakterisiert, und weiter die aller Heiligen, und wir verehren sie und fallen nieder vor ihnen. Wer aber dies nicht annimmt, der sei ausgeschlossen!«“[9]

„Über Jahrzehnte wütete seit Beginn des 8. Jahrhunderts der sogenannte »Bilderstreit«. Kaiser Leon III. (717-741) betrieb aus Gründen der Staatsräson einen Kampf gegen die religiöse Bilderverehrung. Die legendäre Beseitigung der Christusikone am Chalketor des Kaiserpalastes 726 war ein erstes Zei­chen, dem 730 ein Edikt gegen den Ikonenkult folgte: Bilderkult sei Götzenkult. Vehementer Wider­stand kam nicht nur aus dem Reich selbst, sondern auch von außerhalb, etwa in den Drei Reden zugunsten der Bilder des Johannes von Damaskus (670-750).[10] Mit den Argumenten dieses Johan­nes‘ setzte sich Kaiser Konstantin V. (741-775) in seiner Schrift Anfragen auseinander. Wenn Urbild und Abbild wesenseins seien, müsse in den Christusikonen die göttliche Natur des Inkarnierten mit präsent sein. Das zu glauben sei aber Blasphemie. Dieser Argumentation folgend verwarf die bilder­feindliche Synode von Hiereia im Jahre 754 den Bilderkult. Kaiser Konstantin V. ging in seinem Kampf so weit, dass er Klöster in Kasernen umwandeln ließ, da sich dort Widerstand gegen die Ablehnung der Bilder sammelte. Erst die für den minderjährigen Konstantin VI. (780-797) regierende Kaiserin Irene konnte auf dem 7. Ökumenischen Konzil von Nicäa 787 die Rechtgläubigkeit der Bil­derverehrung festschreiben.[11] Als Leon V. (813-820) mit seiner Forderung an den Patriarchen Nikepho­ros (806-815), die Ikonen (nur die tiefer hängenden Bilder, nicht die Fresken) aus den Kirchen zu entfernen, auf den Widerstand des Patriarchen sowie des Abtes Theodor Studites (759-826) stieß, entbrannte die zweite Phase des Kampfes um die Bilder. Die besonders den Bilderkult stützenden Mönche mussten ins Exil gehen. Kaiser Theophilos (829-842) machte seinen früheren Grammatikleh­rer zum Patriarchen. Dieser Patriarch, Johannes VII. (837-843), stellte einen der bedeutendsten Ver­treter des Ikonoklasmus (der Bilderfeindschaft) dar. Doch der Kaiser hatte eine bilderfreundliche Frau, Theodora, die nach seinem Tod für ihren minderjährigen Sohn Michael III. (842-867) regierte und auf der Synode von Konstantinopel 843 den Bilderkult erneut positiv bestätigte. Seither wird dieser Akt als »Fest der Orthodoxie« im Kirchenkalender memoriert. Im Anschluss an den 117jährigen Kampf um die Verehrung der Bilder kam es unter dem Patriarchen Photios (820-897) zum erneuten Schisma mit Rom.“[12]

Die beiden ersten der drei Bilderreden des Johannes von Damaskus waren Schutzreden zur Rettung der Bilder nach den bilderfeindlichen Edikten von 726 und 730 des griechischen Kaisers Leo III.[13]  Sie enthal­ten jene grundlegenden Gedanken, die bis heute die wissenschaftlichen Grundlagen zugunsten der Bilderver­ehrung abgeben.[14] Die dritte Rede erscheint in ihrem sachlichen Duktus wie eine nüchterne Zusammenfas­sung aller bereits ausgeführten Argumente zugunsten der Bilder. Zentrale Stellen sind:

„Denn wenn wir das Bild des fleischgewordenen, auf der Erde im Fleisch erschienenen Gottes, der mit Menschen verkehrte und um seiner unsagbaren Güte willen Natur, Dichte, Gestalt und Farbe des Flei­sches annahm, betrachten, dann täuschen wir uns nicht; wir verlangen nämlich danach, sein Wesen zu sehen. Wie sagt doch der göttliche Apostel:  ‚Wir  sehen jetzt durch  einen  Spiegel rätselhaft‘ (l Kor 13,12).“[15]

„Wie kann das Unsichtbare abgebildet werden? Wie kann das Unabbildbare abgebildet werden? Wie kann man beschreiben, was ohne Maß, Größe und Grenze ist? Wie kann das, was ohne Gestalt ist, mit einer bestimmten Beschaffenheit versehen werden? Wie  kann  man  etwas,  das  ohne  Körper  ist,  in  Farbe wiedergeben? Was also ist das rätselhaft Angedeutete? Es ist offensichtlich, daß Du, wenn Du den Körperlosen siehst, der um Deinetwillen Mensch geworden ist, dann das Abbild des Sichtbarge­wordenen schaffen wirst; wenn der Unsichtbare im Fleisch sichtbar geworden ist, dann wirst du das Abbild der menschlichen Gestalt schaffen; wenn der Körper- und Gestaltlose, der ohne Maß, Alter und Größe durch den Vorzug seiner Natur in der Gestalt Gottes ist, der Knechtsgestalt angenommen hat (vgl. Phil 2,6-7), durch eine solche Umhüllung Maß, Alter und Körpergepräge erhält, dann ritze ihn auf einer Platte ein und stelle ihn, der es auf sich genommen hat, gesehen zu werden, zum Anschauen aus! Präge in Metall sein unaussprechbares Herabsteigen, die Geburt aus einer Jungfrau, die Taufe im Jordan, die Verklärung auf dem Berge Tabor, die Leiden als Vermittler der Freiheit von Sünde, die Wunder[16], die Merkmale seiner göttlichen Natur, die durch Mitwirkung des Fleisches mit göttlichem Wirken geschaffen werden, das heilbringende Kreuz, das Begräbnis, die Auferstehung und das Auf-steigen in den Himmel! All das magst Du in Wort und Farbe darstellen! Fürchte dich nicht und hab‘ keine Scheu; ich kenne den Unterschied bei den Verehrungen…Denn der Dienst der Anbetung ist das eine und das andere das Darbringen aus Ehrfurcht denjenigen gegenüber, die einer bestimmten Würde nach uns überragen.“[17]

Der alles entscheidende Unterschied zwischen dem Verehren menschgeschaffener Abbilder und dem Anbeten des göttlichen Urbildes, war absolut zentral bei Johannes und blieb es bis heute. Doch der Streit um das Verhältnis zwischen Abbild und Urbild beunruhigte bereits im 4. Jahrhundert das Leben der Wüstenväter und der frühen Kirchenväter. So schreibt Athanasius[18] am Ende des 74. Kapitels seiner Vita Antonii:

„Unser Glaube lehrt die Gegenwart Christi zur Rettung der Menschen. Ihr aber irrt, wenn ihr von der unerzeugten Seele sprecht. Wir denken an die Macht und Menschenfreundlichkeit der Vorsehung, dass auch dies für Gott nicht unmöglich war. Ihr, die ihr die Seele ein Bild des Nus [19] nennt, schreibt ihr Unfälle zu und redet von ihrer Veränderlichkeit. Und dann behauptet ihr auch vom Nus selbst mit Rücksicht auf die Seele Veränderlichkeit. Denn wie das Bild, so muss notwendig auch das sein, dessen Abbild es ist. Wenn ihr aber über den Nus so denkt, dann überlegt doch, dass ihr auch den Vater des Nus selbst schmähet.“[20]

„Die maßgebliche theologische Darlegung zur Ikonentheologie lieferte der christlich-arabische Theo­loge Johannes von Damaskus (670-750). Seine Bildertheologie erweist sich als mit der Christologie eng verbunden. Er wage nur deshalb ein Bild des unsichtbaren Gottes zu malen, weil es das Bild des um unseretwillen durch Fleisch und Blut sichtbar gewordenen Gottes sei. Er male also gar kein Bild des unsichtbaren Gottes, sondern vielmehr das sichtbare Fleisch Gottes. Wenn Gott, der Körper-lose und Unsichtbare, Mensch werde und sichtbar, dann dürfe auch das Bild seiner menschlichen Gestalt gemalt werden, die doch sichtbar war. Ja, Johannes forderte gerade dazu auf, alles im Bild zu beschreiben, was an Ereignissen im Leben Jesu zu beschreiben sei, von der Herablassung des Geistes über die Verklärung auf dem Tabor bis hin zu Auferstehung und Himmelfahrt. Dies alles sei zu beschreiben sowohl durch Worte als auch durch Farben. Für das Auge sei das Bild, was für das Ohr das Wort. Das Bild sei für den Analphabeten, was das Buch für den Leser. Wie das Wort bringe auch das Bild Verständnis. Johannes bewegte sich auch in seiner Bildertheologie bewusst in den Bahnen der von ihm mitgetragenen und mitgestalteten Tradition. Das fundamentale Schlüsselwort seiner Bil­dertheologie stellt ein Wort des Basilius von Cäsarea (329-379) dar, dass die Ehre, die dem Bild erwiesen werde, auf das Urbild zurückgehe. Es versteht sich, dass Johannes dies nicht als Formulie­rung seiner Theologie ausgab, sondern bewusst als ein Wort der Tradition. War er es doch gewesen, der von sich sagte, dass er nichts Eigenes sage. Daher schloss er gleich an das Zitat die Worte an, dass dies der heilige Basilius gesagt habe. Dies entsprach der Maxime all seiner theologischen Lehre. Die Verehrung der Ikonen fand ihren Niederschlag natürlich auch in den Kirchen und in der Liturgie, wo etwa am ersten Fastensonntag gesungen wird:

Das nicht umschreibbare Wort des Vaters hat durch seine Fleischwerdung aus dir,

Gottesmutter, sich selbst umschrieben. Und indem es das befleckte Bild in seiner

Urgestalt wiederherstellte, durchdrang es dieses mit göttlicher Schönheit.

Wir bekennen die Erlösung und bilden dies in Werk und Wort ab“[21]

Aus den beiden ersten Jahrhunderten sind bisher keine autonomen Marienbilder bekannt. Erst im 3. und 4. Jahrhundert wurde Maria auf römischen Sarkophagen dargestellt – jedoch immer in biblischen Szenen, die etwas über ihren Sohn aussagten, wie zum Beispiel auf Weihnachtsbildern. Selbst „der Kirchenvater Augustinus [22] stellt noch fest: Von der Gestalt der Jungfrau weiß man nichts.“[23] Ende 5. und Anfang 6. Jahrhundert kommen Szenen aus Legenden und aus dem Prot-Evangelium des Jakobus‘ [24] hinzu. Für das Marienverständnis der Orthodoxie waren und sind jedoch nicht diese „Erzählbilder“ zur Gottesmutter zentral wichtig, sondern autonome Bilder, die Jesus und seine Mutter allein oder die Gottesgebärerin mit ihrem Kind darstellen. Für die orthodoxe Theologie ist die Christus-Ikone die wichtigste Ikone schlechthin.[25]

Grundlegendes zu Ikonen

Bilder sind wirkmächtig, Menschen sind seit alters her auf der Suche nach dem heilenden, weil heiligen Bild. Doch der heutige Mensch macht sich selbst zum Maßstab dessen, was sich ihm zeigt, „er lässt nur zu, was er sehen will. In extremer Weise stellt das Fernsehen nur noch ‚Ausschnitt‘ von Wirklichkeit dar. Das Fernseh­bild rückt bereits durch [absichtsvolle Auswahl und] Weglassen nahe an die Lüge heran.“[26] Das Sehen – und wie viel mehr das Schauen – soll ja nicht bloß das äußerlich Gesehene entfalten, sondern dessen innerliche, ja innerste Bedeutung. Darin liegt die schöpferische Kraft und Heilungsmöglichkeit des schönen, wahren und guten und damit heiligen Bildes. Bilder, die vom bösen Abfall und Unrat der Welt künden, vermehren diesen nur. Heilige Bilder widerstehen den bösen und beenden zumindest im Ansatz das Böse. Bereits die erste Bilderrede des Johannes von Damaskus enthält Hinweise auf die exorzistische Wirkung der Ikonen.[27] Freud formulierte in seiner Psychoanalyse den Wunschcharakter des Bildes deutlich, Bild und unbewusster Wunsch stehen in enger Verbindung zueinander. „Auf der Ebene des Unbewussten herrscht die Ordnung des Bildes mit seinen Gesetzen, die mit dem Gesetz der Traumarbeit zusammenfallen.“[28] Das im Bild Darge­stellte wirkt auf die inneren Triebsphären und weckt das Begehren. Der globale Erfolg bildhafter Werbung jeglicher Art spricht seit Jahrtausenden für sich selbst. Ziel des geweckten Verlangens ist Besitz oder Konsum des im Bild Dargestellten. Doch zunächst scheint das Bild radikal getrennt von der dargestellten Sache oder Person an sich. Kann dieser Zwiespalt gedanklich wie z. B. in der meditativen Einung, oder tatsächlich wie beim Konsumieren, überwunden werden, wird aus dem Wunsch Erfüllung. Bleibt jedoch der „Abstand“ zwischen Sehendem und Gesehenen bestehen, bleibt auch die Spannung zwischen Wunsch und Erfüllung bestehen, wird das Begehren frustriert. Diese Frustration ruft nach Erlösung, ruft Gefühle hervor, bewegt zu Taten. An diesem Punkt ist aus menschlicher Sicht alles möglich: enttäuschtes Erstarren und Verharren, Ärger, Zorn, Jähzorn[29] und Wut über die vermuteten oder bekannten Gründe der Versagung, motiviertes neu Aufbrechen, geduldiges Wiederholen des gescheiterten Versuchs zum Erreichen des im Bilde Dargestellten, gläubiges Bitten um göttlichen Beistand, usw. Dies alles ist auch beim Sehen und Betrachten, beim Schauen und Verehren heiliger Bilder, von Ikonen möglich. Das 2. Idiomelon aus der großen Vesper vom „Sonntag der Orthodoxie“ kann uns dies ahnen lassen:

„Obwohl Du Deiner Natur nach unbegrenzt bist, hast Du Dich, o Herr, in jüngster Zeit gewürdigt, durch die Fleischwerdung begrenzt zu werden. Indem Du Fleisch annahmst, hast Du dessen Wesenheit völlig mit übernommen. Dieses Bild Deiner Ähnlichkeit stellen wir dar, um es würdig zu verehren und zu Deiner Liebe erhoben zu werden. Aus ihm schöpfen wir die Gnade unseres Heils, da wir der göttli­chen Überlieferung der Apostel folgen.“

„…um zu Deiner Liebe erhoben zu werden“ – ein Wunsch und Begehren, wie es Christinnen und Christen kaum inniger formulieren könnten. Und aus dem Gott wesensähnlichen Christusbild wollen die Gläubigen die „Gnade unseres Heils schöpfen“. Was aber, wenn ausgerechnet diese Begehren frustriert werden? Dann schlägt die Stunde der Logotherapie: Das Leiden an der vorläufigen Versagung verwandeln in ein Leisten gläubigen Ausharrens. Damit sind wir beim scheinbar paradoxalen Bindeglied zwischen zärtlich-hinge­bungsvoller Ikonenverehrung, sinnorientierter Logotherapie und der besonderen Leidensfähigkeit der Gläubigen der Ostkirchen. Die drei logotherapeutischen „Hauptstraßen zum Sinn“[30] Frankls zeigen sich hier in schöner Klarheit: Ikonenverehrung kann zunächst und aus sozialpsychologischer Sicht als eine konstruk­tive Beziehungsleistung des gläubigen Menschen aufgefasst werden. Dann bewirkt sie aber auch ein Anwachsen des Willens zur guten Tat: die Schau des Schönen und Guten in der Ikone verlockt zur schöpfe­rischen Nachahmung. Und schließlich kann diese Schau, dieser Blick durch die Ikone hindurch ins Heilige hinein, den Leidenden Trost schenken und sie eine neue Einstellung zum Leiden gewinnen lassen.

Ikonen sind symbolhafte, heilige Begegnungsräume von Gott und Mensch. Sie vergegenwärtigen das Menschwerden des Wortes Gottes und des damit verbundenen Heils. Ikonen repräsentieren den zentralen Gedanken der ostkirchlichen Erlösungslehre: Gott wurde Mensch, damit der Mensch wie Gott werde. Deswegen ist ein ostkirchlicher Gottesdienst nach byzantinischem Ritus selbst eine Ikone: Das durch den Priester im Kirchenraum vermittelte Wort und die sakralen Handlungen sind Teile einer Gesamtikone, die von den Gläubigen nicht nur geschaut, sondern körperlich, geistig und seelisch miterlebt wird. Ikonen gebührt ein ihrer Bedeutung angemessener Ort: Gelegt auf das Allerheiligste, den Altar; zur Verehrung gelegt auf „Lesepulte“ im Kirchenraum; gemalt auf Türen, Decken und Wände, befestigt am Ikonostas. Der Ikonostas (slawisch), die Ikonostase (deutsch) oder das Eikonostasion (griechisch) meint die „Bilderwand“, welche in orthodoxen Kirchen das Allerheiligste vom Kirchenschiff wohl scheidet, aber nicht trennt. Drei Türen heben während der Liturgie diese Scheidewand vorübergehend auf: Die mittlere, „die königliche Türe“ oder die „heilige Pforte“, führt direkt vor den Altar, sie darf nur von Priestern durchschritten werden. Die vom geosteten Kirchenraum aus gesehen linke oder „nördliche Türe“ führt in die „Prothesis“ – den Raum der Gabenbereitung. Die rechte Türe führt ins „Diakonion“, vergleichbar einer Sakristei.

Die Ikone ist ein Mittel der Glaubensverkündigung (Kerygma). Sie zeigt die Teilnahme der irdischen Dinge an den himmlischen Wirklichkeiten. Ihr kerygmatischer Charakter verschmilzt mit dem Gnade vermitteln­den, mysterialen, in eins. Deshalb werden die heiligen Ikonen verehrt durch Kuss, Bekreuzigen, Verneigen, Niederwerfen, durch Kerzen und Weihrauch. Sie sind bildhafte Mysterien des Glaubens, sind Sakramente der Kirche. Ikonen wollen nicht die leicht erkennbare „vordergründige“ Ansicht des Gemalten darstellen, sondern die ihm innewohnende göttliche Wahrheit und Ordnung, welche sozusagen „hinter“ den vorder­gründig sichtbaren Phänomenen steht. Nicht alles Heilige kann auf Ikonen dargestellt werden: Westliche Heilige aus der Zeit des ersten Jahrtausends [31] gelten zwar auch der orthodoxen Kirche als Heilige, alle „späteren“ westlichen Heiligen jedoch nicht. Deswegen sind diese (z.B. der Hl. Franziskus) als Ikonen der orthodoxen Kirche nicht möglich. Das erste Ziel der Ikone ist also nicht Pracht oder Zierrat – und schon gar nicht ein „korrektes Abbild“ der dargestellten Personen –, sondern sie ist eine schlichte Aussage über den Glauben. Aus diesem Glauben hat die Ikone ihre Schönheit.  Es ist die Schönheit der Hoffnung auf Erlösung, die sich besonders im byzantinischen Ritus in unwiderstehlichen Formen zeigt: „Das Element der Schönheit als der Ruhm Gottes, der die Kirche erfüllt, nimmt im orthodoxen Gottesdienst einen eigenständigen Platz ein, neben Gebet und Erbauung;…“[32] Der Mensch ist getreu dem Bilde Gottes, dem Schöpfer alles Schönen, gut geschaffen. Es liegt damit in der menschlichen Natur, nach dem Guten und Schönen zu streben. Maxi­mus Confessor [33] schreibt in der Philokalie:

«Das Schöne ist dasselbe wie das Gute, da alles aus allen möglichen Gründen nach dem Schönen und Guten strebt und es nichts unter den seienden Dingen gibt, welches keinen Anteil hätte am Schönen und Guten. Für alle nämlich ist das Schöne auch gut, da es wirklich bewundernswert, erstrebenswert, ersehnenswert, wohlgefällig, wünschenswert und liebenswert ist. Erkenne aber, wie die göttliche Sehnsucht, welche sich von vornherein im Guten fand, die in uns befindliche gute Sehnsucht gebar, durch welche wir nach dem Schönen und Guten streben, wie einer gesagt hat: ‚Ich wurde ein Liebha­ber ihrer Schönheit; ersehne sie, und sie wird dich behüten; umhege sie, und sie wird dich erheben‘ (Weish 8,2)».“[34]

Wie wahre Schönheit selbst einfachster Gegenstände auf den sie Schaffenden und auf den sie Betrachtenden wirkt, beschreibt Schopenhauer eindringlich – um wie viel stärker und inniger müssen geduldiges Malen und verehrendes Betrachten heiliger Ikonen auf uns wirken:

«Innere Stimmung, Uebergewicht des Erkennens über das Wollen, kann unter jeder Umgebung die­sen Zustand hervorrufen. Dies zeigen uns jene trefflichen Niederländer, welche solche rein objektive Anschauung auf die unbedeutendesten Gegenstände richteten und ein dauerndes Denkmal ihrer Objektivität und Geistesruhe im Stillleben hinstellten, welches der ästhetische Beschauer nicht ohne Rührung betrachtet, da es ihm den ruhigen, stillen, willensfreien Gemüthszustand des Künstlers ver­gegenwärtigt, der nöthig war, um so unbedeutende Dinge so objektiv anzuschauen, so aufmerksam zu betrachten und diese Anschauung so besonnen zu wiederholen…» (§ 38, S. 266f.)“[35]

„Die Stimmung des Künstlers, der hier erstmalig so bezeichnet wird, überträgt sich durch das Gemälde, um das es sich in diesem Fall handelt, auf das Gemüt des Betrachters, der allein durch das Anschauen des Bildes in jenen erstrebenswerten Zustand der Ruhe versetzt werden kann.“[36] Nach Schopenhauer gibt es keinen Unterschied zwischen dem ergriffenen Wohlgefallen im Betrachten des reinen, schönen Objektiven und dem kontemplativen, entrückten Schauen eines ästhetischen Kunstwerks. Alles wahrhaft Schöne mindert und dämpft das unbewusst begehrliche Streben danach, „macht den Willen schwach“. Und es verlockt zugleich das Wesen des Menschen in seiner Herzenstiefe zur bewussten Hingabe an eben dieses Schöne. Dieses paradoxale Empfinden, diese innerlichste Umkehr und Umgewichtung ist es, welche hinführen kann zu dem uns im Innersten erschauern lassenden fascinosum et tremendum, jenem Zustand, der das Glücklichsein im Angesicht des Schönen bei weitem übersteigt, der den gläubigen Menschen seinem Ungemach oder Leiden entreißt und entrückt. Eben dies vermag die orthodoxe Ikonographie durch ihre bildgewordene Botschaft des Glaubens, durch die gemalte Predigt über die Schönheit des Glaubens in der Ikone. Hierin liegt ihr gnaden­haft tröstender und aufrichtender Sinn und Wert, liegt ihr Evangelium, ihre gute Botschaft. „…in dieser Betrachtung geht es nicht um das äußere Sehen, sondern um ein Inne-sein, einem der Dinge und sich selbst Gewahrwerden“, um die Synästhetik, wie Plotin dies genannt hat.[37]

Hier liegt ein Unterschied zwischen der griechischen theoria und der wissenschaftlichen Theorie: In der theoria, der Schau des Göttlichen, geht es um innere Bilder und Gestalten, nicht um diskursives Denken. Vor Ikonen andächtig zu beten, ist Bitten um Gegenwart und Hilfe des Dargestellten, ist Eintreten in das unun­terbrochene allgemeine Gebet der Kirche. Ikonen tragen den oder die Namen der Dargestellten – sonst wären es keine Ikonen. Diese Namen sind nicht bloße äußere Erkennungs- oder Benennungsmerkmale, sondern vielmehr eine geheiligte Wesensbezeichnung. Die enge Verbindung von Name und Bild der Dargestellten sind Symbole deren realen Gegenwart und macht den heiligen Charakter der Ikone aus. Deshalb gilt die Ikone bereits nach ihrer Beschriftung im kultischen Sinne als vollständig und gesegnet und bedarf keiner weiteren Segnung. Die altkirchliche Tradition kannte noch keine Ikonen-Segnung. Man kann den Akt des Beschriftens der Ikone als einen Segnungsakt verstehen und sollte diesen deshalb mit dem entsprechenden Bewusstsein durchführen. Das Segnen oder Weihen nach orthodoxem Ritus heiligt Ikonen jedoch auf besonders innige Weise: Durch die Weihe kommt die Gnade des Heiligen Geistes auf sie herab.[38] „In der Weihe der Ikone haben wir eine sakramentale Handlung, durch die eben die Verbindung zwischen Urbild und Abbild hergestellt wird, zwischen Darzustellendem und Darstellung. Durch die Weihe geschieht in der Ikone Christi ein geheimnisvolles Zusammentreffen des Beters mit Christus.“[39] Nach orthodoxem Verständ­nis ist jede Ikone dann echt, wenn sie im Glauben verehrt wird. Ikonen haben ein theologisches und ein spirituelles Sinnziel: Sie sind Verkündigungen im Bild durch das Bild. Im Mysterium der göttlichen Liturgie spricht Christus selber zu uns. Deshalb spricht die Ikone in der Sprache des Kirchenvolkes, wo sie „wohnt“. Sie ist ein Element der Symbolik der dortigen Kirche und wird – außer der Namen Jesu und seiner Mutter – in der lokalen Sprache beschriftet.

„Über die Heiligung der Bilder durch die Aufschriften sagte schon Patriarch Nikephoros (806-815) von Konstantinopel: «Wie die Kirchen den Namen der Heiligen empfangen, so tragen ihn durch die Aufschrift auch deren Bilder, und sie werden dadurch geheiligt», d.h., sie vergegenwärtigen gnaden­haft das Dargestellte, werden dadurch zum Mysterium (Johannes von Damaskus) und zum Zielpunkt der Bilderverehrung.“[40]

„Selbst wenn ein westlicher Künstler bereits im 10. Jahrhundert seinen Namenszug auf sein Werk gesetzt hätte – ein Ikonenmaler würde es nie tun, weil er sich selbst nur als Medium betrachtet. Inso­fern könnte man sagen, dass eigentlich jede Ikone ein Acheiropoieton ist, ein nicht von Menschenhand gemaltes Bild. Der Geist Gottes ist es, der durch ein menschliches Medium malt. Die dargestellte Per­son lebt ohne den Maler und unabhängig von seinem Bild. Das Bild ist nur eine Art Membran, durch die der Heilige aus sich selbst in diese Welt durchschimmert. Die Ikone will kein ästhetisches Kunst­objekt eines genialen Künstlers sein, der eine Person nach seiner Vorstellung schafft und dies durch seine Signatur zum Ausdruck bringt.“[41]

Ikonen sind nicht bloße Abbilder der auf ihnen Dargestellten, sondern sie sind Zeichen deren geheimnisvol­len Gegenwart mitten unter uns. Deshalb sind die Dargestellten oft durch Stilisierung verfremdet: Ikonen zeigen z.B. Christus als menschliches Porträt, aber ebenso das Unsagbare, das Göttliche seiner Natur. Ikonen bilden nicht ab, was unsere Augen sehen, sondern machen sichtbar, was wir nicht sehen. Sie zeigen die Wesenheit der Dargestellten und lassen diese zu uns sprechen. Ikonen sind für die vor ihnen Betenden Fenster zur Ewigkeit. Für die darauf Dargestellten sind Ikonen Fenster zu unserer irdischen Welt, durch welche sie auf uns schauen und zu uns sprechen. Die deutlich sichtbare Umkehr der gewohnten Perspektive zeigt sich auf Ikonen besonders in architektonischen Details: ihr zeichnerischer Fluchtpunkt liegt nicht wie gewohnt „im“ Bild, sondern vor ihm, bei den Betrachtenden. Selbst Bauliches dringt stilisiert aus der Ikone heraus auf uns ein, vermittelt uns eine Ahnung von der überwältigenden Schönheit und Macht des Reiches Gottes, wo andere Gesetze des Schauens und des Erlebens gelten.

In der Ikone wendet sich Gott selbst uns zu, sie zeigt Seine verklärte, jenseitige Welt, Seine Ideale und die Ziele Seiner Schöpfung. Unser Blick darauf ist jedoch nur sehr eingeschränkt und begrenzt möglich – dies symbolisiert die gemalte Umrahmung des Motivs – wir sehen nur bis zum Rand, dahinter beginnt das Wunder. Damit symbolisiert die Ikone sowohl die Einheit des Kosmos’ als auch die Trennung von Diesseits und Jenseits. Sie ruft uns auf zur Rückverbindung mit dem Göttlichen durch betende Versenkung.

„In der Ikonenmalerei erstand der Kirche eine Möglichkeit, in Bildern und Formen der stofflichen Welt die Offenbarung der göttlichen Welt wiederzugeben, indem sie dieselbe der Beschauung und dem Verständnis zugänglich machte. Die Ikonenmalerei drückt – wie der Gottesdienst – die Lehre der Kirche den Worten der Heiligen Schrift entsprechend aus. So enthält und predigt die Ikone dieselbe Wahrheit wie das Evangelium und ist folglich auf genauen, konkreten Angaben und nicht auf einer Erdichtung gegründet, denn sonst könnte sie weder das Evangelium erklären noch ihm entsprechen… Die Ikone ist also kein aus noch so frommem Wollen entstandenes Idealbild aus der Phantasie des Künstlers, sondern ein Abbild des jenseitigen Urbildes. In der Ikone ist etwas von der Kraft des Darge-stellten real anwesend, wirkt in diese unsere Welt hinein und nimmt die Gebete und die kultische Ver­ehrung an, um sie an den Dargestellten, dem sie ja eigentlich gilt, weiterzugeben. Die Ikone ist eines der Mittel zur Erkenntnis Gottes, ist einer der Wege zur Verbindung mit Ihm…Ikonenmalen ist Gebet: Der Maler steht während seiner Arbeit im geistigen Zwiegespräch mit der dargestellten Person.“[42]

In diesem Zusammenhang sind auch Materialfragen bedeutungsvoll: Das Vergolden symbolisiert die Erfahrung des mystischen Lichtes Gottes, das alles überstrahlende und mit seiner Gnade das Leben erhal­tende Göttliche selbst. Der dargestellte Heilige nimmt Anteil an dieser Gnade, er ist von göttlichem Licht umgeben und durchdrungen und strahlt nun selber in diesem Licht – ausgedrückt durch seinen Nimbus. Dieser ist weder Allegorie noch Attribut der Heiligkeit, sondern die zweidimensionale Darstellung einer dreidimensionalen, sphärischen Lichtwolke („Heiligenschein“) um das Haupt des Dargestellten, die mit ihm untrennbar verbunden ist. Deshalb sind Nimben immer kreisrund und nie perspektivisch verformt.

Auch die Farbsymbolik der Ikonen ist klar geregelt: Weiß symbolisiert Auferstehung und Verklärung, es kann mit Orange, Gelb und Gold in Konkurrenz treten. Der kaiserliche Purpur, beziehungsweise Rot in allen Mischungen symbolisiert auf dem Untergewand Jesu seine anfangs- und endlose göttliche Herrlichkeit und seinen Anspruch als König des Alls. Rot als Farbe des von Jesus für uns vergossenen Blutes manifestiert auch dessen Herrschaft über den Tod. Blau und Rot sind oft auch die Farben der Märtyrer. Blau als Farbe des Himmels kann – vor allem als Hintergrundfarbe – die Ewigkeit, beziehungsweise die Sehnsucht nach dem Himmel ausdrücken. Grün als Farbe der Erde, beziehungsweise der Verbundenheit mit ihr, findet sich oft beim Übergewand Christi. Die Gewandfarben seiner Mutter sind umgekehrt: Das grüne Untergewand verweist auf ihre irdische Herkunft, das rote, seltener blaue Obergewand soll ihre von Gott geschenkte Verherrlichung ausdrücken. Braun als Farbe der Erde symbolisiert Demut, Askese und Bescheidenheit.[43] Schwarz als Farbe der Finsternis [44] deutet auf den dunklen Bereich des Todes, der Hölle, der Verdammung und des Nichtwissens. „In orthodoxer Sicht bedeutet Nichtwissen Sünde, weil es uns vom Licht, von Gott trennt.“[45]  Ikonen werden – im Gegensatz z. B. zur Aquarellmalerei – immer vom Dunkel ins Licht gemalt, in Analogie zur betenden Versenkung, die vom Dunkel der eigenen Seele ins göttliche Licht führen will. Damit wurde klar: Ikonen nur interessiert zu betrachten, wird deren theologisch-spirituellen Selbstverständ­nis nicht gerecht.

„Ikonen sind Botschaften…in der Sprache des Bildes. Wollen wir diese Botschaften verstehen, so müssen wir zum einen die Sprache dieser Bilder kennen und zum anderen mit Hilfe dieser Sprache den Inhalt der Botschaft lesen lernen. Beides ist deshalb nicht so selbstverständlich wie es scheinen mag, weil Ikonen nicht Bilder unserer westlichen Kultur, sondern Kultbilder der östlichen Christenheit sind. Sie stammen aus einer Welt, die sich nach Sprache und Inhalten in wesentlichen Punkten von unserer westlichen Kultur unterscheidet. Wer also Ikonen als Ikonen und nicht als westliche Bilder verstehen will, der muss sie so verstehen lernen, wie sie in der Kultur gemeint sind, aus der sie her­vorgegangen sind. Das gilt in besonderer Weise für die Ikonen der Gottesmutter Maria.“[46]

Christian R. Buschan MTh und MSc

Notfallseelsorger Care Zürich

8633 Wolfhausen


[1] Schmidt-Leukel, Perry, Gott ohne Grenzen – Eine christliche und pluralistische Theologie der Religionen, Gütersloher Verlagshaus GmbH, Gütersloh 2005, 491f. Die originale Fußnote 43 im Zitat bezieht sich auf ebd. 202-205, wo gleiches breiter ausgeführt wird

[2] Lindenberg, Wladimir, Die heilige Ikone – Vom Wesen christlicher Urbilder im alten Russland, mit einem Beitrag von Prof. Dr. Wolfgang Kasack, Verlag Urachhaus Johannes M. Mayer GmbH, Stuttgart 1987, 55

[3] Jungclaussen, Emmanuel, Abt: Die Marienfrömmigkeit der Ostkirche, Schriften zur orthodoxen Spiritualität, Benediktinerabtei Niederaltaich, Nieder-Bayern, undatiert, 4

[4] Jungclaussen, Herzensgebet, 106

[5] Bachl, Gottfried, Eucharistie – Macht und Lust des Verzehrens, EOS Verlag, St. Ottilien 2008, 35f

[6] Lev 19,18

[7] Gen 1,26-27

[8] γράφειν „graphein“ bedeutet im Griechischen sowohl „ritzen“, „schreiben“ als auch „malen“. Der allgemeinen deutschsprachigen Gewohnheit folgend, sowie mit Rücksicht auf die leichtere Verständlichkeit des Textes, wird im Weiteren der Begriff „Ikonen malen“ verwendet.

[9] Thon, Nikolaus, Ikone und Liturgie, Verlag Paulinus, Trier 1979, in: Fischer, Gottesmutterikone, 55

[10] Johannes von Damaskus, Drei Verteidigungsschriften gegen diejenigen, welche die heiligen Bilder verwerfen, herausgegeben und eingeleitet von Gerhard Feige, übersetzt von Wolfgang Hradsky, St. Benno-Verlag, Leipzig 1994, 2. Aufl. 1996

[11] Dieses Konzil war bis heute das letzte ökumenische Konzil, das Ost- und Westkirche gemeinsam feierten

[12] Tamcke, Das orthodoxe Christentum, 16f

[13] Vgl. Stiefenhofer, Dionys, Des Heiligen Johannes von Damaskus genaue Darlegung des orthodoxen Glaubens, Die drei Apologien der Bilderverehrung, in: Bardenhewer, O./Weyman, K./Zellinger, J.,  Bibliothek der Kirchenväter, Eine Auswahl patristischer Werke in deutscher Übersetzung, Bd. 44, Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet KG, München 1923, LXVIIf

[14] Tamcke, Achtsamkeit, 25ff

[15] Johannes von Damaskus, Verteidigungsschriften, Or. II/5, 61

[16] „Das Wunder ist keine magische Handlung, die Übernatürliches vollbringt, sondern eine Wirkung des lebendigen Gottes, der die Zuwendung des Menschen zur Quelle des Lebens begleitet.“ In: Kallis, 100 Fragen, 161

[17] Johannes von Damaskus, Verteidigungsschriften, Or. I/8, 32f

[18] *295 †373, Kirchenvater, Bischof von Alexandria

[19] gr. „Nus“ oder „Nous“ meint die Fähigkeit des Menschen, etwas geistig erfassen zu können, meint die Möglichkeit, tiefere geistige Einsicht gewinnen zu können – dies jedoch in klarer Abgrenzung zur Logik

[20] Athanasius, Leben des heiligen Antonius (Vita Antonii), Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 31, ausgewählte Schriften Bd. 2, aus dem Griechischen übersetzt von Anton Stegmann, München 1917, Ende 74. Kapitel

[21] Tamcke, Das orthodoxe Christentum, 68f

[22] *354 †430, grosser Kirchenlehrer und Philosoph, Bischof von Hippo Regius (heute Annaba in Algerien)

[23] Fischer, Gottesmutterikone, 75

[24] um 150 entstanden; nicht Teil des ostkirchlichen Kanons, enthält jedoch wichtige Elemente byzantinischer Liturgie

[25] Vgl. Felmy, Karl Christian, Das Buch der Christus-Ikonen, Verlag Herder, Freiburg i.Br./Basel/Wien 2004, 9ff

[26] Gerl-Falkowitz, Hanna-Barbara, Menschliches Dasein zwischen Bild und Bildfreiheit, in: Una Sancta 4/2009, 250f

[27] Olewinski, Dariusz Józef , Um die Ehre des Bildes – Theologische Motive der Bilderverteidigung bei Johannes von Damaskus, EOS Verlag, Erzabtei St. Ottilien 2004, 491. Vgl. hierzu auch Gen 32,31: „Denn ich sah Gott von Angesicht zu Angesicht, und meine Seele wurde gerettet“

[28] H. Gekle, Bild, Wort, Geschlecht. Jüdische Perspektiven bei Sigmund Freud, in: Bilderverbot, hg. Von M. Rainer und H.-G. Janssen (Jb. Polit. Theol.. Bd. 2), Münster 1997, 95, z. n. Abt Dr. Marianus Bieber OSB, in: Die beiden Türme Nr. 96, Jg. 45, 2/2009, 59

[29] Evagrios erkannte im Jähzorn eine positive, „natürliche Aufgabe, für die Tugend zu kämpfen“, er sei eine „Kraft der Seele, die die Gedanken vernichtet.“ Evagrios empfahl, „den Jähzorn vor dem Gebet gegen jene zu richten, die uns versuchen, d.h. die Dämonen. Dies ist jener vollkommene Hass, der uns so überaus nützlich ist.“ In: Evagrios, Der Praktikos, 131f. Weiteres über den Jähzorn, der nur durch die Liebe geheilt werden könne, ebd. 167

[30] Frankl unterscheidet drei „Hauptstraßen zum Sinn“: 1. Das schöpferische Tun des homo faber, 2. die Beziehungsarbeit des homo amans und 3. das Gewinnen neuer Einstellungswerte und Haltungen des homo patiens

[31] Genauer: vor der Trennung vom 16.7.1054 in eine West- und eine Ostkirche

[32] Bulgakov, Die Orthodoxie, 198

[33] *580 †662, griechischer Theologe und kaiserlicher Sekretär

[34] Z. n. Müller, Hesychasmus, in: Baier, Handbuch Spiritualität, 178

[35] Schopenhauer, Arthur, Die Welt als Wille und Vorstellung, nach den Ausgaben letzter Hand hg. V. Ludger Lütkehaus, Bd. I u. II, Zürich 1988, in: Möbuß, Susanne, Schopenhauer für Anfänger – die Welt als Wille und Vorstellung, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH, München 1988, 122

[36] Ebd. 122

[37] Abt Dr. Marianus Bieber OSB, in: Die beiden Türme Nr. 96, Jg. 45, 2/2009, 66

[38] Vgl. Byzantijns Liturgikon, Tilburg-Zagreb 1991, 674, in: Schuh, Lidy: Licht von Innen – Ikonen für uns heute. Geb. Ausg., Verlag Der christliche Osten, Würzburg 2003, 134f

[39] Bulgakov, Die Orthodoxie, 213

[40] Musebrink, Philomena, Gottesmutterikonen betrachten, Verlag Der Christliche Osten, Würzburg 1994, 10

[41] Butzkamm, Aloys , Faszination Ikonen, Verlag Bonifatius GmbH, Paderborn 2006, 30

[42] Musebrink, Gottesmutterikonen, 8f

[43] Man denke an die oft braunen Mönchskutten

[44] Ein weiteres Paradoxon: „Dionysios schreibt zum Gottesbegriff, Gottes Transzendenz verbiete es, ihn mit materiellen Zeichen beschreiben zu wollen. Es sei »unschicklich«, ihn mit »Licht« zu umschreiben, da Er ebensosehr »Nichtlicht« sei. Folgerichtig nennt er Ihn »überlichtige Finsternis«17 (eine complexio oppositorum in se). Auf Ikonen wird deshalb das Symbol Gottes, die »Sphaira«, meist dunkel, ja schwarz dargestellt. Dionysios ist der Ansicht, daß Gott nie verstehbar, wohl aber erfahrbar sei, indem man die absolute Finsternis seiner Unerklärbarkeit annimmt, oder: »Je tiefer man in das göttliche Geheimnis eindringt, desto dunkler wird es.«18“, in: Hoerni-Jung, Bild des Weiblichen, 19. Die originalen Fussnoten 17 und 18 sind hier nebensächlich, sie beziehen sich auf Onasch, Konrad, z. n. C.G. Jung, Analytische Psychologie und dichterisches Kunstwerk, in: GW 15, 94

[45] Hoerni-Jung, Bild des Weiblichen, 44

[46] Fischer, Gottesmutterikone, 12

(Mail von David McLion an Melissa B.)

Liebe Melissa B.

Pfr. Josef Kohler hat mir Ihren Beitrag zu Felix und Regula anvertraut und mich gebeten, diesen im Internet auf der Felix und Regula Pilgerweg Webseite zu veröffentlichen.

Als Verantwortlicher der Webseite möchte ich diese insbesondere auch für ein Publikum gestalten, welches dem Thema „Pilgern“ ruhig auch etwas skeptisch gegenübersteht oder zumindest neugierig erfahren möchte, was „Wandern auf einem inneren Pfad“ so anzuregen vermag. Ob da für die eigentliche Sinnsuche was rausspringt. Ob man als Jugendlicher mit dem Wort „Pilgern“ überhaupt schon was anfangen kann. Oder ob Pilgern was für Omas und Opas ist und die jungen Leute lieber Party machen.

Ihr nachfolgender Beitrag hat offensichtlich gezeigt, dass Sie gut recherchiert haben. Doch verrät es mir oder dem Leser nicht, was hinter dem Recherchieren sich verbirgt. Was man seiner jungen Mitgemeinde an Gedanken mitgeben könnte, wenn man das Thema „Wer bin ich, was bringt es mir im Zeitalter von facebook und Party machen, was fehlt mir, wo finde ich Antworten auf Fragen, die tiefer gehen, auch wenn ich nicht wirklich weiss, ob es überhaupt verlässliche Antworten gibt…

Ich erlaube mir hier einen kurzen Ausschnitt Ihres Antwortmails zu veröffentlichen:

Lieber Herr Mclion,
Bei meinen Mitschülern bin ich auf wenig Begeisterung gestossen. Deshalb konnte ich mich nicht gut 
mit ihnen Austauschen. Das wäre bei einer berühmten Person aus der jetzigen Zeit sicher einfacher gewesen.

Ich habe für mich heraus gefunden, was ich an dieser Geschichte so gut finde, was sie für eine Botschaft in sich trägt (…)

Hier nun der recherchierte Beitrag von Melissa B.,

 

Felix und Regula

Felix und Regula sind zwei heilige der katholischen Kirche. Die Geschwister Felix und Regula waren Mitglieder der Thebäischen Legion, die um 302/03 n. Chr. bei Agaunum im Wallis den Märtyrertod erlitten.

Nach dem Rat des Kommandanten der Legion, Mauritius,  waren sie über die Furka, das Reusstal und den Klausenpass ins Glanerland geflohen. Jedoch nicht allein, ihr Diener Exuperantius begleitete sie auf ihrer Flucht. Sie folgten der Linth zum Zürichsee, und gelangten nach Turicum in Zürich. Wo sie ihre Zelte aufschlugen und Tag und Nacht Gott dienten.

Doch der grausame römische Kaiser Maximian schickte ihnen aber seine Häscher nach. Als die drei Heiligen gerade ihr Gebet verrichteten, wurden sie von den römischen Soldaten überrascht. Wie durch ein Wunder, wurden sie aber nicht sofort erkannt.

Doch als man ihnen die Frage stellte, ob sie Gefährten der übrigen flüchtigen Angehörigen der Thebäischen Legion, Exuperius, Candidus und Viktor seien, enthüllten sie treu ihre Identität. Sie wollten nicht leugnen Gefährten der Legion zu sein. Trotz Folter liessen sie sich nicht zum Opfer an die römischen Götter Merkur und Jupiter zwingen. Auf Befehl des Kommandanten der Häscher, Decius, wurden sie daraufhin auf einer kleinen Insel in der Limmat enthauptet. Engel sollen danach die Leiber der Enthaupteten, die ihre Köpfe in den Armen trugen, genau 40 Ellen den Berg hinaufgetragen haben, wo sie begraben wurden.

Decius, der grausame Tyrann, befahl ihnen vor der Folterung, den Nacken zu neigen, um ihre Häupter abschlagen zu lassen. Als die heiligen Märtyrer das gehört hatten, besangen sie den Herrn und sagten: ‚Deine Wege, Herr, zeige uns, und deine Pfade lehre uns, denn du bist Gott, unser Heiland.‘ Nachdem sie aus einem Munde einmütig zum Herrn Jesus Christus inständig gebetet und dabei die Hände zum Himmel ausgestreckt hatten, neigten sie ihre Nacken, und als die gedungenen Mörder ihre Häupter abschlugen, starben sie für den Herrn einen ruhmreichen Tod.

Zum Gedenken an Felix und Regula startet am 22. September 10:00 Uhr 2013 der Empfang der Pilgergruppe durch die Teilnehmer am Glarner Familientag.

Eröffnung des Pilgerweges:

Donnerstag 19. September bis         Gemeinsamer Start: Linthal Tierfehd

Sonntag 22.September 2013                                   Ziel:  Zürich Grossmünster

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Ikone der Künstlerin Susanne Guler. Über diese Ikone schrieb sie an David McLion am 24. August 2013 folgendes: Als orthodoxe Gläubige bin ich mit der Auferstehungskirche in Zürich schon seit Jahrzehnten eng verbunden. Dass neben all den russischen Heiligen auch die Stadtheiligen von Zürich verehrt werden, finde ich nur gut und recht. Darum habe ich auf Anfrage auch diese Ikone gemalt und der Kirche geschenkt.
Susanne Guler.

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Als am 11. 9. 2004 die erste Wallfahrt von der Wasserkirche zum Grossmünster stattfand, organisiert von den vereinigten orthodoxen Kirchen von Zürich, wurde auch eine Ikone der Stadtheiligen vorgetragen.
Diese Ikone habe ich auch im Auftrag der russ. orthod. Kirche gemalt (ca 62 x 46 cm). Sie wurde als Geschenk für die Gastfreundschaft in der Grossmünsterkirche der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde übergeben. Ursprünglich war geplant, sie in der Krypta, der 12-Apostel-Kapelle aufzuhängen. Das gefiel nicht allen(!) und so kann sie jetzt auf Verlangen im Treppenabgang vom Seitenschiff besichtigt werden.
Susanne Guler

Wer mit Susanne Guler in Kontakt treten möchte, kann sie unter ihrer Mail-Adresse erreichen: susanne.guler@ikonographie.ch oder über ihre Homepage: www.ikonographie.ch

Bitte beachten Sie auch die aktuellen Beiträge von Christian Buschan zu Ikonographie

Eigenverantwortung als erste Bürgerpflicht?

David McLion

David McLion

“Ethik fragt nach den Grundsätzen und Prinzipien für ein bestimmtes moralisches Verhalten“ schreibt Joachim Kohlhof in einem Mail an David McLion – und weiter: „Sie sucht nach der methodisch geleiteten Besinnung und Begründung auf die faktisch geltende Moral. Sie ist und bleibt nichts anderes als die Lehre von der Verantwortung und versucht auch, diese zu begründen. Deshalb „verunsichert und irritiert“ die Ethik auch und ist deshalb potentiell „gefährlich“. Ethik ist dort angesiedelt, wo menschliche Konflikte sind und sie stellt vor allem nicht nur Bestehendes infrage, sondern fragt in erster Linie, wie Werte (unternehmerische, menschliche, kulturelle), Normen, d.h. kodifizierte Prinzipien und Haltungen, d.h. menschliche Verhaltensweisen begründet werden. Sie ist somit das Ergebnis von Reflexionen über unser Dasein und unser menschliches Miteinander im Leben, in den Unternehmen und in der Wirtschaft“.

Christian Buschan bringt es weiter auf den Punkt:

„Verantwortung ist der Preis der Freiheit (auch der Preis der Freiheit der falschen oder richtigen Entscheidung!)“.

Beim Versuch, das Thema Ethik so zu bündeln, dass es „Lust auf ein faires Miteinander“ macht, geht mir die Frage durch den Kopf: Ist ethisches Verhalten so etwas, das bereits im menschlichen Urgewissen kulturübergreifend implantiert ist, sozusagen als das Unterscheiden-können zwischen Gut und Böse? Wenn ja, dann müsste es doch lediglich „angestupst“ werden.

Die Frage, ob der Mensch von Grund auf gut oder böse ist zielt in die gleiche Richtung. Dieser Beitrag wird, will und kann es nicht beantworten. Allein die Frage sucht nach Antwort, wie eine Gesellschaft kulturübergreifend ange-sprochen werden kann, damit eigeninitiativ, das heisst vom einzelnen Bürger aus, sich verantwortliches Denken und Handeln in die Welt ausbreitet. Diese erste Bürgerpflicht muss ihm bereits in die Wiege gelegt werden, als sorgsam zu pflegendes Gut eines sozialen Gewissens oder auch einer spirituellen Intelligenz, interkulturell, interreligiös: „Ich bin verantwortlich“.

Statt immer mehr Regeln, Gesetze, Vorschriften von oben nach unten – mehr Eigenverantwortung, mehr Selbstverpflichtung, mehr Selbstdisziplin. Warum? Kinder, die es im frühen Alter gelernt haben, für ihre Handlungen und das, was um sie herum geschieht, selbst Verantwortung zu übernehmen, sehen sich als Teil eines Ganzen. Ihnen wird sehr früh bewusst, dass sie durch eigenes Handeln etwas bewirken können und lernen, mit dieser Erfahrung eigenverantwortlich umzugehen. Sie schauen hin, hinterfragen kritisch, sind interessiert, motiviert und fähig, an der Qualität ihres Umfeldes mit zu arbeiten. Verantwortung entwickelt sich so nicht als Bürde sondern als besonders ausgeprägte Stärke.

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«I am responsible» als Maxime für ein soziales Miteinander in Nachhaltigkeit – unabhängig von Bildungsstandard, Religionszugehörigkeit, kultureller Herkunft und gesellschaftlichem Status – setzt empathische Fähigkeiten voraus. Denn wer sich als mitverantwortlichen Teil eines Ganzen sieht und dementsprechend funktioniert, schützt die Familie, bringt sich aktiv ein in die Gesellschaft, achtet auf die Folgen seines Denkens und Handelns, ist kooperativ, weil über reine Machtausübung keine «I am responsible – Miteinander-Verantwortbarkeit» möglich ist. «I am responsible» respektiert das DU und schafft das WIR als Konsequenz aus dem eigenen Stehvermögen heraus. Ja, es fordert gleicher-massen das «I am responsible» des DU – und wo beide miteinander sich als Teil eines Ganzen sehen, entsteht synergetische Unabhängigkeit nach dem Motto „Gemeinsam eigenständig“. Was wollen wir mehr?

© David McLion 2012

© David McLion 2012

My home is my castle

Damit Sie, lieber Leser, die Null und die Eins in ihren zentralen Funktionen beim Bau eines noch jungen Weltbildes Ihren Kindern erklären können, hier ein letztes Beispiel:

Wenn wir uns die Welt einmal als ein aus Backsteinen gemauertes Eigenheim vorstellen und einzelne Backsteine als jeweils EIN-Stein, so entspricht der Fugen-Mörtel der NULL. Die Null verbindet, gleicht Spannungen aus, trägt Sorge dafür, dass das Ganze zusammenhält. Der Mörtel als Pufferzone, als Zwischenraum im Mauergefüge. Der Mörtel als das überspachtelte, unsichtbar verbindende Element. Und da wir schon gerade beim Mauern sind, dann vergleichen wir Maueröffnungen doch gleich mal mit Fenstern und Türen. Fenster gewähren sowohl Ausblick als auch Einblick, lassen Licht und Luft herein. Man öffnet sie, um Frische rein- und Abgestandenes rauszulasssen. Und Türen? Sie empfangen sowohl Gäste, laden ein, bitten herein – und bieten gleichsam Schutz vor ungebetenen Gästen…

Inhalt des Buches QUO VADIS Homo bene figuratus?

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS - Wohlstandsbürger - wohin?

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS – Wohlstandsbürger – wohin?

Das «AMO-GRAMM» ist nichts mystisches, nichts aus einem Geheimkult, nichts was sich nicht einfach nachvollziehen lässt. Aber es ist auch kein “Fast-food” im Sinne von schnell mal drüberscannen und mit OK abhaken können. Vielmehr entsprechen die Zahlen dem «cha-cha-cha»-Zeitstrom der Wandlung – und wer diese Zahlen diagonal – entlang dem «X» zusammenzählt, erhält jeweils die Summe 10 = X = EINS-KEINS = die Vollkommenmheit als sichtbare wie unsichtbare Grösse – der Propeller in Rotation, das was uns gleichermassen trennt wie verbindet – das BINDEGLIED «A-M-O». Die “Luft”, die wir atmen, die verunreinigte Luft, die bald so verdreckt ist wie unsere Gedanken, wenn wir da nicht wirklich etwas dagegen tun. Was wohl noch einer Erklärung bedarf sind die Weltachsen X-Y-Z.

© David McLion 2012

© David McLion 2012

X–Achse = der ZEITSTROM-MÄANDER

Digitalisierte Kommunikation der Zeitperlen untereinander – das abgegrenzte Miteinander des «Weder-Noch – aber doch!»

Y–Achse= ZEITSTRAHL

Information aus «Z» – dem Zentrum des Modells – das spaltende, kontrollierte Auseinander des «Entweder-Oder»

Z = ZEIT-RAUM

Rotation des pulsierenden «Sowohl-als-auch»

«A-M-O» klingt wie Liebe, könnte noch verstärkt werden durch ein «R» von ROTOR. Leicht zu merken. Gleichzeitig macht es deutlich, wo der Mensch in seiner Beziehungswelt zwischen den Geschlechtern seine Probleme hat. Denn ohne «M», den respektvollen Umgang gegenseitigen Miteinanders, hält die Beziehung «AO» nicht. Allzuoft missversteht man das Dreieck, dessen Spitze auf der Hypothenuse A–O gleich «C» genannt wird im Sinne einer Synthese. Obgleich die Symbolik des «C» ja einen offenen Kreis darstellt, eine offene Beziehungswelt, ein Kraftfeld der Berührung statt des in Besitz nehmen wollens seines Gegenübers. Individuen sollten ihre Eigenständigkeit und Besonderheiten beibehalten, was nicht gleichbedeutend ist, stets aufeinander zuzugehen, um den Weg gemeinschaftlicher Vollkommenheit anzustreben. «M» arbeitet wie eine Waage, auf der das Auf & Ab in Balance die Vollkommenheit darstellt. Als ein ausgeglichenes, lebendiges Miteinander. Dieses Auf & Ab, Vor & Zurück, Heraus & Hinein als Strom des Lebens, Kraft der Manifestation, im Symbol des zyklischen Zahlen-Mäanders [1-12] eindrucksvoll anzuschauen.

© David McLion 2012

© David McLion 2012

Auch diese Abbildung zeigt deutlich den Puls-Charakter. «A-M-O» begrenzt und verbindet gleichzeitig, ist Brücke, Übergang, Verbindung zwischen Sender und Empfänger, Austausch, Ergänzung, Schnittmenge, Mitte, Zwischenraum, mehr oder weniger gemeinsame Identität ohne Verlust des eigenen Kerns. Im Zahlraum der Ziffer «11» wird deutlich, dass hier ein Spiegel-Prozess in Gange ist, ein Wechselspiel / Kräftespiel PLUS EINS – MINUS EINS, Männlich-Weiblich – das rotierende «M»|«W». Das «A» als die Aussenhaut des Schlauchs (Ziffer 12). Das «O» als der innere Spiegel, die Leinwand oder der Monitor, auf welchem der Datenstrom aus dem Zentrum sichtbar gemacht wird. All das in «A-M-O» – Quantensprüngen getaktet, sich in ewiger Gegenwart entfaltend, verdichtend, vernichtend, gebärend… Da gibt es kein wirkliches Ende des Zyklus, kein Recycling, keinen unüberwindbaren Tod, vielmehr modellhaft erkenntlich nur eine Wiederkehr im Inneren, dem Wahrscheinlichkeiten-Potential, der Grossen Wolke ABC (A BIG CLOUD), aus der sich der Urgedanke immer wieder neu zusammensetzt, das ICH BIN als Raum des EINS-SEIN | EINS-WERDEN stets neu gestaltet… Von der Wiege zur Wiege «c2c» = cradle to cradle), wie es mittlerweile auch in der Produktentwicklung schöpfungs-verantwortlich angekommen ist…

Der VITAO-ETHIX-CODE als ein Code, der aufzeigt, dass alles zyklisch begrenzt ist (VITA-O), dass es um das Wörtchen «&» (Et – das EINE «&» das ANDERE) geht, dass «H» als Spannungs-Träger und Kommunikations-Entität mit der Ladung «I» (Information aus «Z», dem Zentrum) die Welt der schönen Vernunft regieren. Eine Vernunft, die in den Proportionen des homo bene figuratus – des wohlgeformten Menschen und seiner Wahrnehmungsfähigkeit kulturübergreifend wiederentdeckt werden sollte. Ein gemeinsam zu verwaltender Raum der Mit-Verantwortung, ein kybernetisch selbstgesteuerter Raum, als ein «Chanel of Change & Chance» – als Weg des WIR – im heiteren Rhythmus des «cha-cha-cha» – unter der Obhut des Steuergehilfen AMO-RE … 🙂

© David McLion 2012

© David McLion 2012

 

Inhalt des Buches QUO VADIS Homo bene figuratus? Man verzeihe mir bitte den Untertitel-Fehler der obigen Abbildung)

 

 

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS - Wohlstandsbürger - wohin?

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS – Wohlstandsbürger – wohin?

Sa 15.12. 2012 20:00 – 22:40 SF zwei

In der Nacht danach, nach der Ausstrahlung im Schweizer Fernsehen, bin ich wieder gegen 4 Uhr in der Früh aufgestanden, sitze am PC und schreibe noch ein paar Takte zur Wie-auch-immer-Stimmung, die wohl keiner, der sich den Film reingezogen hat, ganz von sich weisen kann. In genau 5 Tagen soll es dann soweit sein. Viele machen Scherze über das Thema. Andere sind sehr, sehr nachdenklich geworden und einige Schweizer haben in der Tat ihren Job gekündigt, meditieren, haben die Läden geplündert, sich Notfallrationen gesichert, Kerzen, wenn der Strom ausfällt und natürlich Zündhölzer und Brennholz für den Kamin…

Es geht um das Katastrophenspektakel. Roland Emmerich ordnet die Kontinente neu. Die Maya haben gewarnt: 2012 ist Schluss! Die Sonne schiesst mit Neutrinos, woraufhin Megabeben, Megavulkane und Megaflutwellen Mutter Erde zerstören…

Was ist dran, was ist Phantasy, was kann in der Tat sich ereignen? Und wenn es nicht auf den Tag genau passiert sondern erst in 2013… und den Folgejahren? Wohin steuert die Welt?

• Nach dem Amoklauf an einer US-Grundschule mit 27 Toten trauert das ganze Land um die Opfer von Newtown und rätselt über die Motive des 20-jährigen Todesschützen. Der mutmassliche Täter nahm sich das Leben, nachdem er zwanzig Kinder zwischen fünf und zehn Jahren sowie sechs Erwachsene getötet hatte. •  Ein Triebwerksausfall hat einen Swiss-Jumbolino am Samstagmorgen auf dem Weg von London City nach Genf in Standsted zu einer Sicherheitslandung gezwungen. An Bord der Maschine befanden sich 96 Personen. •  Bei einem Flüchtlingsdrama vor der griechischen Insel Lesbos sind mindestens 18 Menschen getötet worden. Nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes sind 18 Leichen am Strand entdeckt worden. Die Polizei setzte am Samstag ihre Suche nach Überlebenden fort. •  In der Stadt Charkiw im Osten der Ukraine sind ein 58-jähriger Richter und drei seiner Angehörigen enthauptet aufgefunden worden. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, wurde die Polizei von einem 40-jährigen Mann eingeschaltet, der ebenfalls zu der Familie des Richters gehört…

Die Tages-Nachrichten vom 15. Dezember 2012 überzeugen selbst den letzten Skeptiker, dass die Welt brennt, selbst vor der eigenen Haustür. Was hat es auf sich mit diesem Kalender-Ende, mit dem Jahr NULL, mit einer erwarteten totalen Transformation und dem Beginn eines Goldenen Zeitalters? Kein Mensch weiss es, denn kein Mensch hat in der Zukunft schon gelebt und kann uns berichten, was in der Tat passieren wird. Wenn Sie dieses Buch im Buchhandel erworben haben, wissen Sie mehr als ich als Mitautor in der heutigen Nacht gewusst habe. Und Sie wissen dann auch etwas mehr über den NULL-Punkt im Penrose-Dreieck, das scheinbare Nichts, den Quantensprung, den ich in meinen Beiträgen und Theographien versucht habe, sichtbar zu machen. Vielleicht haben Sie dann für die Zukunft schon Einsichten dazugewonnen und dieses Buch zu schreiben hat in der Tat irgendwie seinen Sinn erfüllt…

Wohlstandsbürger – wohin…?

Die Welt als Möbiusband sich vorzustellen, dieses Band wiederum als Projektionsfläche einer eigenen Innenwelt anzuerkennen fällt bisweilen schwer, denn die Konsequenz daraus wäre, dass in Wahrheit keine Welt existiert, welche wir als die einzig wahre Welt anzuerkennen hätten. «Sowohl-als-auch» deckelt das Ganze noch und erklärt eine WIR-Welt als Schnittmenge von individuellen ICH-BIN-Welten. So weit so gut. Was der Mensch begreifen kann, was in ihm diskutierbare ähnliche Bilder erzeugt, führt uns weiter, lässt Abstriche in der gemeinsamen Wahrheitsfindung zu ohne gleich existenzielle Bild-Interpretations-Verluste hinnehmen zu müssen. Das alles ist Voraussetzung für die vage Vorstellung, den blauen Planeten als gemeinsamen Besitz zu verwalten, sprich stückwegs Mitverantwortung dafür übernehmen zu wollen.

«Alles-was-ist-und-miteinander-wirkt» ganzheitlich zu verstehen bedingt, dass wir ES aus der Ferne betrachten müssen. In der experimentellen Physik geht man davon aus, dass eine beobachtende Instanz sich stets ausserhalb einer Versuchsanordnung zu befinden hat, um ein durch die eigene Vorstellungskraft (Erwartungshaltung) beeinflusstes Ergebnis zu vermeiden. Denn je plastischer, bunter, realer meine Zielvorstellung ist, desto stärker drängt sich auf, dass ich es mit einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung zu tun haben könnte.

Gesagt getan. Wir nehmen ein Stück Papier, einen Stift und zeichnen einen geschlossenen Kreis, halten das ganze weit weg von uns und stellen uns vor, dies sei das Universum… Nun haben wir uns trickreich entfernt, befinden uns ausserhalb der Gesetze von Raum und Zeit (:-) und einigen uns darauf, achtsam mit diesem Stück Papier umzugehen. Vielleicht schreiben Sie noch auf die Rückseite „Eigentum von Max Müller“ , falls das Ihr Name ist. Ab jetzt sind Sie auf dem Weg der Verantwortlichkeit, dem Weg zunehmender Gewissheit, dass Sie es selbst in der Hand haben, die Welt so zu gestalten, wie eine Heimat in der Sie sich auskennen, die Sie mit Ihren Nachbarn nach gemeinsam vereinbarten Regeln stimmig einrichten, pflegen und sauber halten, in gegenseitiger Verantwortung und Achtung.

Zugegeben, das mit dem Kreis ist noch ein wenig dürftig. Obwohl es sich bei diesem Kreis ja auch um einen Rohrzylinder handeln könnte – mit unendlicher Tiefe. Das Universum als ein Rohr? Das Möbiusband als ein Schlauch? Der Schlauch, von dem auch schon Einstein sprach? Und selbst die älteste Maya-Gottheit EINS-ROHR*) hatte sich mit dieser Symbolik identifiziert. Also, das sind schliesslich schon eine Menge Inhalte, die sich in einen Kreis projizieren lassen.

A und OAnfang und Ende, darunter versteht man eine Strecke von… bis. Eine Strecke in der Zeit nennt man Zyklus. Zeit als Lebenszyklus ist das, was wir in der Produktentwicklung als ein Konzept der Betriebswirtschaftslehre kennen und was den Prozess beschreibt zwischen der Markteinführung bzw. Fertigstellung eines marktfähigen Gutes und seiner Herausnahme aus dem Markt – dem Zyklus-Ende bzw. seiner Umformungsphase in ein neues Produkt.

Bild X7Wenn wir auf unserem Kreis auch nur einen einzigen Punkt – an welcher Stelle auch immer – anbringen, dann platzieren wir damit einen «Sowohl-als-auch» Punkt im Sinne von Sowohl-Anfang-als-auch-Ende eines Zyklus. Der Tod als Wiedergeburt – einen neuen Startpunkt, einen neuen Zielpunkt? Die Zeit als Kreislinie, als Kraft der Veränderung, als Schlauchraum zwischen A (Alpha) und O (Omega) wie gleichermassen als Abstandhalter zwischen «O» und «A», damit jeder Punkt seine Identität (Einzigartigkeit) beibehält?

Wikipedia: “Alpha und Omega” – der erste und der letzte Buchstabe des klassischen (ionischen) griechischen Alphabets. Alpha und Omega (Α und Ω) stellen nach alter Vorstellung die Schlüssel des Universums dar. Sie sind ein Symbol für das Umfassende, die Totalität, für Gott und insbesondere für Christus als den Ersten und Letzten. Alpha und Omega tauchen häufig als Begleitmotiv zum Christusmonogramm auf. Daneben wird A und O synonym für das Wesentliche, den Kern einer Sache, deren Quintessenz gebraucht.

Bildquelle: Internet

Bildquelle: Internet

Um es vorwegzunehmen: Zum Symbol der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beisst und unter dem Namen “Uroboros” zu googlen ist, möchte ich unmittelbar Stellung nehmen, denn schnell erhärtet sich der Verdacht, dass sich dieses Thema mit umstrittenen geheimkultlerischen Inhalten befasst. Hier verschiedene Textauszüge:

(1) Uroboros – das ist der uróboros, der vor allem im orphischen Geheimkult verwendet wurde. Er symbolisiert den Urzustand der Welt, bevor sie „entstand“, bevor also alles möglich, was im Kosmos polar ist, noch ungetrennt vorlag.

Das kann sich, je nachdem, in welchem Kontext er verwendet wird, beziehen auf den Kreislauf (bzw. die Ununterscheidbarkeit) von Tod & Leben, Licht & Finsternis, männlich & weiblich (spielt daher in Hochzeitsritualen eine Rolle, wo er den primordialen Götterkoitus präsentiert) … usw. Er umschliesst auch, je nach Kontext, das Weltei (ebenfalls bevor es sich aufspaltet und damit die reale Welt entsteht). Ähnlich ist auch seine Bedeutung als Urmeer/Urfluss, das die Weltinsel primordial umfließt. Die Schlange, die sich selbst vom Schwanz her auffrißt, die sich also selbst tötet und damit zugleich sich selbst zum Leben erweckt, findet sich auch in anderen Mythologien bzw. Kulten: in Sumer/Akkad, in Ägypten, im Hinduismus (hier bezogen auf die chandala oder kundalini).

(2) Uroboros – Fast jedes Volk, jede Zeit kannte dieses Symbol. Die zum Ring geschlossene Schlange um den kindlichen Sonnengott, altägyptisches Bild des Kreislaufs der Zeit. Auf einem Bronzegefäß der chinesischen Chou-Dynastie, ca. 1200 v. Chr. Codex Marcianus mit griech. Text : „Das Eine ist das All“.

Abgesehen von unterschiedlichsten kulturellen Ausdeutungen und bildnerisch symbolisch umgesetzten Varianten gefällt mir das am Dreieck orientierte Symbol am besten:

Zum Einen, weil diese Schlange Flügel besitzt und damit in ihrer Symbolik eher dem Maya-Gott der Wiederkehr Quetzacoatl ähnelt. Zum Anderen, weil durch die überragende, dritte Entität zum Ausdruck kommt, dass zwei verschiedene Kräfte durch eine dritte Kraft ausgependelt werden und damit die Ursymbolik der EINHEIT in DREIHEIT deutlich zum Ausdruck kommt.

Wikipedia: In den frühen Darstellungen wurde Quetzalcoatl zoomorph, d. h. als grosse Klapperschlange dargestellt, deren Körper mit den Federn des heiligen Quetzalvogels bedeckt ist – so auf der Stele 19 (um 900 v. Chr.) in der Olmeken-Stadt La Venta. In Teotihuacán wurde eine – später überbaute – Tempelpyramide, deren Fassade über und über mit den Darstellungen einer Federschlange bedeckt ist, nach ihm benannt. Die Fassade der Hauptpyramide von Xochicalco ist ebenfalls von Reliefs einer gefiederten Schlange überzogen. Die Azteken sahen Quetzalcoatl auch als bärtigen und hellhäutigen Mann; dies bezieht sich wahrscheinlich auf den toltekischen König Ce Acatl, der als Priester des Gottes Quetzalcoatl dessen Namen annahm. In den aztekischen Codices ist er in abstrahiert-menschlicher Weise dargestellt; hier trägt er häufig einen sternförmigen Brustpanzer, der auf den Wandelstern Venus verweist.

chachacha-2

Denn «A» ist nicht «O», das EINE ist nicht das ANDERE, obwohl beide zusammen EINS sind. Wir haben dieses Phänomen bereits beim Erklärungs-Modell der NULL – dem rotierenden Propeller – kennengelernt, der aus zwei Flügeln besteht, einem oberen und einem unteren oder einem linken und einem rechten. Einen solchen könnte man sich hier auch vorstellen.

© David McLion 2012

© David McLion 2012

Die EINHEIT «A-O» getrennt oder verbunden mittels einer vermittelnden Kraft NULL, die einfach immer einen Fuss in der Tür hält, damit dieser Ein- & Ausgang nicht wirklich ins Schloss fällt und uns den Zugang verwehrt. Oder auch vergleichbar mit einem Schlüssel des Wissens und der Weisheit, der uns das Schloss öffnet in unser Innerstes «Z» (Zentrum), als Offenbarung dessen, wofür wir selbst die Mitverantwortung tragen.

Dieser Schlüssel – oder sagen wir Code, das klingt aufregender – führt ins Zentrum, in die Kreismitte. Es ist der «Weg der Wiederkehr» aus dem WWW – Dreieck Wachstum, Wandlung, Wiederkehr.

Die Eigenschaften der Grundbausteine «A» & «O», welche in ihrer Dynamik-Verschiedenheit für die unendliche Vermischung Sorge tragen und dabei immer – trotz Verschiedenheit – EINS-SEIN ermöglichen, könnte man wie folgt beschreiben: Die M-Motorik als Regelstelle im ZWISCHEN-Raum fungiert auch als Mittler zwischen Traum und Wirklichkeit. Was heisst das? Manifestationen spielen sich ab quasi zwischen Gedanken, Vorstellungen, Phantasien, Träumen, Wünschen, dem Feinstofflichen auf dem Wege in die Realisation, die Erfüllung, das greifbare sogenannte Grobstoffliche.

© David McLion 2012

© David McLion 2012

Die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde kennt jeder und ich wage einmal eine Zuordnung, wenngleich dies kein Textbeitrag über Horoskope, Sternzeichen und sonstige Deutungen ist. Wer damit dennoch etwas anfangen will, der soll diese Zuordnung für sich einmal weiter vertiefen.

«A-M-O» als zyklisch pulsierende (endlich gesteuert und geregelte) unendliche Rotations-Dynamik

«M» als Abstandhalter, Brücke, Verbindung, Miteinander, in NULL berührende Tangente.

Rittstieg BuchEINS-ROHR*)

Joachim Rittstieg

Dagmar Dreves Verlag ISBN 3-924532-69-9 Die Schöpfungsgeschichte der MAYA – Seite 13 Erwähnung „EINS-ROHR“

Inhalt des Buches QUO VADIS Homo bene figuratus?

 

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS - Wohlstandsbürger - wohin?

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS – Wohlstandsbürger – wohin?

Wenn alles auf Gleichheit basiert ist das noch kein Leben. Ein «AAA» ist noch keine Kommunikation. Diese entsteht durch Verschiedenheit, durch Individualität, durch Einzigartigkeit. Das ist die Voraussetzung. Hier hilft ein Code zur Unterscheidung: der Zahlen-Code oder auch Buchstaben-Code, oder gemischt, so wie man heute sein Passwort zur eigenen Sicherheit und Wiedererkennbarkeit kreiert. Zahl und Buchstabe – sprich Zeichen – sorgen für Unterschiedlichkeit. Gleichwohl sind sie als Zeichen eine Sprache, welche dazu dient, uns miteinander zu vereinen. Sie sorgen also sowohl für Abstand als auch Verbindung, vergleichbar einer Brücke über einen Fluss, welche die getrennten Ufer miteinander verbindet. Ein begrenzter universaler Moment, ein Quantum, eine Voraussetzung für Wiedererkennbarkeit und Einzigartigkeit. Ein Moment Leben. Du – ICH – WIR – Jetzt und Hier – gelebte Gegenwart…

© David McLion 2012

© David McLion 2012

Die obige Abbildung macht deutlich, dass wir trotz aller Vielfalt in der Mitte EINS sind – nämlich im Moment der Entpersonifizierung, dem Zurückschrauben des Einmaligkeitsanspruchs. Hier ist das Feld der Diplomatie, des Nachgebens, des Schlüssel-Schloss-Prinzips, wo eines jeden „Vorhängeschloss“ durch das Gegenüber geknackt wird. Beide Seiten öffnen sich und können einander „hochzeiten“.

Die Zahlenfolge 0 – 1 – 2 – 4 – 8 – 7 – 5 – 1 – 0 – 1 – 2 – 4 – 8 – 7 – 5 – 1 – 0   erschliesst sich aus der Teilung des Ganzen (EINS) in seine jeweilige Hälfte (1/2, 1/4, 1/8, 1/16, 1/32, 1/64 …. wobei 1/64 in der TQR (Theosophischen Quersummen-Reduktion) wieder einer EINS entspricht. Dies als kurze Erläuterung, wie trotz aller Verschiedenheit der Zahlen eine Einheit (Ähnlichkeit zwischen INNEN & AUSSEN) entstehen kann.

Einer des Anderen Mitte

© David McLion 2012

© David McLion 2012

QUO VADIS – Wohlstandsbürger – wohin?

Wenn es nicht auch kurze Antworten dafür gäbe, hätte dieses Buch  seinen Sinn verfehlt.

Deshalb erinnere ich ein letztes Mal:

« Die Welt besteht aus Grenzen, Schnittmengen und gemeinsamer Mitte. AUSSEN wie INNEN ».

Es beginnt mit dem Unausgesprochenen. Mit der Grosswetterlage unserer Vergangenheit. Den noch offenen Spannungsfeldern, die unsere Gegenwart belasten. Beginnen wir mit der Selbst-Verzeihung und lassen den anderen teilhaben an diesem Befreiungsschlag. Suchen wir nicht immer wieder die Schuld beim anderen. Denn all diese Last prägt die Wahrnehmung, verengt den Blick, verzerrt die Perspektive. Zunge und Hand sollten einander entsprechen, der Kopf sollte Füsse haben, der Gang aufrecht sein. Ethik ist geprägt von Transparenz. Stellen wir uns vor, unser Gedankenpotential wäre öffentlich, wäre wie ein Buch für jedermann zu lesen. Im Grunde genommen ist alles gesagt.

Inhalt des Buches QUO VADIS Homo bene figuratus?

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS - Wohlstandsbürger - wohin?

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS – Wohlstandsbürger – wohin?

Weder-Noch – Aber doch!

Wir sind angekommen. Im Zentrum des ICH-BIN. Punktgenau. Halt – nicht ganz. Denn wie sollte das gehen, wenn Bewegung zwischen zwei Polen eines «Entweder-Oder» festgehalten werden sollen. Eine Momentaufnahme des «Sowohl-als-auch» – Paradoxon würde entweder die eine Zeit-Perle oder die andere Zeit-Perle vor der Linse haben – oder den tangentialen Abstand zwischen beiden – die NULL. Und der ergäbe sicherlich kein scharfes Bild, wenn überhaupt… Unsere ICH-Urkraft scheint also leicht verschwommen, kein Wunder, wenn sie so schwer zu fassen ist. In der Physik haben wir sicherlich schon einmal von der Unschärferelation gehört:

© David McLion 2012

© David McLion 2012

Wikipedia: „Die Unschärferelation drückt aus, dass eine grundlegende Voraussetzung der Klassischen Physik in Wirklichkeit nicht gegeben ist: nämlich dass einem Körper zu jeder Zeit ein bestimmter Ort und eine bestimmte Geschwindigkeit zugeschrieben werden können. Dies ist zwar eine Idealisierung, aber von der Alltagsvorstellung her selbstverständlich. Mit ihr begründete Galilei Anfang des 17. Jahrhunderts die neuzeitliche Physik, nachdem er dem bis dahin umstrittenen Begriff der Momentangeschwindigkeit einen brauchbaren Sinn geben konnte. Diese Idealisierung liegt auch noch dem Bohrschen Atommodell von 1913 zugrunde, in dem die erlaubten Bahnen eines Elektrons berechnet werden konnten und das erstmals einige atomare Eigenschaften erklären konnte. Jedoch versagte das Bohr’sche Modell bei allen Atomen mit mehr als einem Elektron“.

Wir haben es in letzter Konsequenz also mit einem «So & So» zu tun. Einem ETWAS, das so, aber auch anders ist, ein Mysterium. Ein offensichtlicher Urkonflikt – dieses UND (&)–Zentrum (im Modell nenne ich es das «Weder–noch, Aber doch!»). Als noch formlose EINHEIT ist «ES» reinste Information im Sinne von gestaltgebender (Ur)Kraft und ist wissenschaftlich noch nicht wirklich erforscht. Deshalb soll es hier auch nur als Modell oder Matrix verstanden werden, um überhaupt zunächst eine Diskussions-Ebene zu schaffen, nicht aber um Tatsächlichkeit zu demonstrieren. Man muss es weder glauben noch den Beweis fordern wollen, denn es dient allein der modellhaften Wahrnehmung.

Einer Teilchen-Dynamik, die sich teilt und doch einander verbunden bleibt, haftet die Tendenz eines Zurück-Wunsches an. Ein ausgedehntes Gummiband erzeugt Spannung und wenn es von unzerreissbarer Qualität ist, dann ist es mit einer Art  Memory-Effekt ausgerüstet und ein „Zurück“ (in religio) ist vorprogrammiert (in religio – wörtlich: „die Rückbindung“). Auch zurückgeführt auf relegere, „immer wieder lesen“, oder religare, „zurückbinden“; frei übersetzt: mit „wieder verbinden [mit Gott]“ bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen).

Spannung will Lösung und Lösung ist gekoppelt an Spannung – eines bedingt das andere. Wenn man sich nun das Möbiusband in seiner seitlich begrenzten Flachheit und seinem Zeitfluss einmal als Film-Band vorstellt mit x-Bildern pro Sekunde, so liesse diese Vorstellung den Schluss zu, das Zentrum als Lichtquelle zu vermuten, welche Bilder auf dieses Band projiziert. Bilder aber bestehen aus Gedanken. Und wenn wir das Zentrum als Informations-Pool anschauen und die Projektion einmal als ewigen Datenfluss bezeichnen, dann nähern wir uns der Vorstellung, dass jedwede Wahrnehmung als Projektion aus diesem Zentrum kommt und auf einem Datenträger gesammelt, gespeichert und verarbeitet wird.

© David McLion 2012

© David McLion 2012

Im WIR SIND können wir das ICH im DU erkennen. Wer hat nicht schon einmal diesen Augenblick erlebt im vorsichtigen Abtasten seines Gegenübers, im Auge in Auge-Gedanken-Austausch mit einer geliebten Person…?

Man könnte auch sagen: „Treffpunkt NULL“ oder Treffpunkt «H(i)X». Der kurze Blick in die Unendlichkeit verzaubert… doch ist er eine Moment-Aufnahme, ein Schnappschuss. So sehr man auch bemüht ist, ihn festzuhalten, im Gedächtnis lebendig einzuprägen… das ist einfach nicht möglich. Denn alles Festgehaltene hat sich als Bild vom Zeitstrom getrennt, wie ein Tropfen vom Wasser. Die Erinnerung ist zum ZEIT-Partikel geworden, sonst könnten wir es als Quantum nicht abspeichern. Die Momentaufnahme der Erinnerung ist nicht mehr das Original, sondern eine Kopie. Das Original ist für immer mit dem vergangenen Jetzt und Hier verknüpft. Abgelegt haben wir eine Kopie dieses Augenblicks… schade… Schmunzel! 🙂

Entweder-Oder: Mutig Entscheidungen treffen!

Was aber spaltet das «So&So» auf, welche Kraft sorgt dafür, dass die Ur-Ruhe zur Ur-Unruhe wird? Was treibt den Motor an, setzt ihn in Gang, spaltet die EINHEIT auf in unzertrennliche Dualität? Liegt da ein Gott auf dem Sofa und langweilt sich in seiner Einöde ohne Gegenüber? Sieht er überhaupt etwas in dieser dunklen, schattenlosen Wüste – wünscht er sich ein Paradies, eine Eva, einen Partner – oder ist ER gar eine SIE, eine Göttin und wünscht sich einen Gatten zum Zeitvertreib? Wir wissen es nicht und können es nichteinmal erahnen. Einzig und allein lässt sich vermuten, dass es eine Entscheidung brauchte, etwas zu verändern. Vielleicht war es auch eine Erleuchtung, eine Idee… die aber brauchte einen Auslöser, frei nach dem Motto: “Entweder ich döse hier auf meinem Sofa weiterhin alleine rum – oder ich bewege jetzt meinen ”A” und gehe auf die Suche nach “O”. Wer etwas bewegen will, Veränderung sucht, muss eine Entscheidung treffen. Ohne eine solche Mitte («M») kann sich nichts Neues auftun. Die Gedanken müssen raus aus dem Wahrscheinlichkeiten-Potential. Ohne Quelle kein Strom, ohne Strom kein Licht, ohne Licht keine Zielfindung…

Sowohl-als-auch: Innen wie Aussen

Das Zentrum als Daten-Pool, die Zeit als Datenstrom, den Zeitraum als Empfängerband, den Prozess der Daten-Übertragung als Gedankenstrom aus der Tiefe eines unsichtbaren Kerns betrachten zu können… muss man nicht glauben, ist aber irgendwie in seiner Modellhaftigkeit begreifbar, diskutierbar, sofern sich diese Zusammenhänge mit Bleistift und Papier aufzeichnen lassen. Das vermeidet Streitgespräche. Weil vereinbarte Definitionen zugrunde gelegt werden können. Wie beispielsweise der Begriff INFORMATION. Dabei handelt es sich um eine Quelle, eine Lichtquelle oder einen Ton auf dem Weg Gehör zu finden, etwas zu erhellen, wahrzunehmen… Eine Schwingung braucht ein Gegenüber, einen Widerstand, ein Ohr, eine Nase, ein Auge, einen Resonanzboden, Sinne, die wahrnehmen können. Denn ohne empfangende Wahrnehmung verbraucht sich der Datenstrom, versiegt im Sande des Getriebes…

"Tetraeder-Kreuz"

„Tetraeder-Kreuz“

Das AUSSEN als Empfangsstation eines INNEN-Senders. Unsere Sinne als wahrnehmende Antennen. Wahrnehmung als eigentlichen Sinn des Lebens? Eine solche Betrachtung bringt uns weiter in Form, was so viel heissen soll, dass die Flachheit des Penrose-Dreiecks eine neue gestaltbare Dimension erhält, im Sinne des Tetraeders. Das googlet man am besten, weil diese Pyramide auf einem gleichseitigen Dreieck für manche schon Vorstellungs-Probleme macht. So wird aus der Dreiheit oder auch der Dreieinigkeit urplötzlich eine Vierheit, die ich QUATRION nenne. Eine wunderbare Figur, weil sie dem Urbild eines «Sowohl-als-auch» entspricht: Sowohl Drei als auch Vier in Eins. Alle Seiten mit einer Spitze versehen. Eine Spitze, welche die beiden Pole des Dreiecks miteinander vereint oder die drei Pole eines Tetraeder-Fundaments auf einer gemeinsamen Spitze krönt. Die Religionen haben Streit miteinander, wie man die Trinität sich vorzustellen habe. Ob Vater, Sohn und Heiliger Geist in EINS verstanden werden könnten. JA!. Da oben auf der Spitze ist Dreieinigkeit oder Drei in Eins. So liesse sich dieser Streit doch sehr einfach lösen – oder?

Dr. Michael Stelzner schreibt in seinem Buch

„Die Weltformel der Unsterblichkeit – Die Einheit von Naturwissenschaft und Religion“ über den ersten Platonischen Körper, den Tetraeder folgendes Seite 324/25 – Dualität und die Sonderstellung des Tetraeders:

 „(…) aus ihm entsteht aus dem gleichen Vorgang immer wieder ein Tetraeder. Die gegenseitige Umkehrbarkeit der dualen Körper ist der körperliche Ausdruck eines Prinzips, welches wir schon früher als Umkehrprinzip beschrieben. Je nach Bezugsrahmen wechselt die Reihenfolge innerhalb der gewählten Grenzen. Ein praktisches Beispiel aus dem Leben wäre die Ausrichtung der Lebenskraft auf der Erde Richtung Sonne. Obwohl Mensch, Tier und Pflanze dem Lichte entgegen streben, machen wir in einem viel kleineren und kürzer gefassten Bezugsrahmen die Erfahrung der Schwerkraft. Die Wirkrichtung scheint umgekehrt zu verlaufen. Beide Erfahrungen drücken das Gleiche, die Strebsamkeit zur Mitte und Einheit an (…)

Der Zeitstrom – Freiheit und Begrenzung

Unser Möbiusband zeigt ganz klar die Grenzen auf. Ohne seitliche Begrenzung sprächen wir nicht von einem Band. Die Unendlichkeit ist geprägt von Grenzen. Wahrnehmung ist ebenfalls an Grenzen gebunden. An den Ausschnitt des Zeitfensters, an das, worauf sich das innere Auge konzentriert. Der digitale Datenfluss ist durch die Null getaktet. Rhythmus kann nur wahrgenommen werden, durch die Pausen, die als Zwischen den Tönen liegen. Damit etwas in Fluss gebracht werden kann, braucht es Neigung, Zuneigung, die Bereitschaft, als Empfänger zu dienen, ein offenes Ohr zu haben, welches die Schallwelle verdichtet, begrenzt, in Sprache und Verstehen transformiert. Freiheitliche Entfaltung kann ohne Disziplin, ohne Verdichtung auf ein Ziel hin nicht funktionieren. Deshalb muss man sich die Quelle stets als eine Erhöhung vorstellen. Oder auch als Tiefe, welche ihre substantiellen Inhalte durch Druck nach aussen spült. Stets braucht es Neigung, Druck oder Trieb, um etwas in Gang zu setzen. Flachheit trifft so stets auf Widerstand, damit wieder Tiefe entstehen kann. Widerstand ist deshalb eingebunden im Gesetz des Datenstroms, damit er sein Ziel nicht verfehlt und auf Membrane stösst, die ihn rückkoppeln können. So wird aus der Information die Kommunikation, aus der EINHEIT die ZWEIHEIT, die Dualität und infolge die Polarität, der Widerhall, das Rauschen, die kosmische Schwingung, Töne, Rhythmik, das Vor und Zurück, Auf und Ab, Hin und Her, Heraus und Hinein: der Lebenspuls.

Inhalt des Buches QUO VADIS Homo bene figuratus?

 

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS - Wohlstandsbürger - wohin?

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS – Wohlstandsbürger – wohin?

Fortsetzung Text des Physikers Bert Schreiber zum Thema

«QUANTUM QUANTA» (Letzter Textbeitrag):

“Stellen Sie sich eine einfache Kette aus “Zeitperlen” vor. Jedes Glied ist ein Quantum ZEIT und es gibt keine messbare Zeit zwischen den Perlen, da die eine die folgende berührt. Auf diese Weise fängt jedes Glied an – quasi als „kosmischer Augenblick“ zwischen Licht und Dunkel – zu existieren. Oder man stelle sich vor, durch einen Schlitz von der Grösse eines Kettenglieds jede einzelne „Zeitperle“ bewusst zu beobachten. Was sieht man? Ein Zeitperlenglied für dieses Quantum Zeit, dann erscheint sofort (springt) das Nächste ins Sichtfeld für sein Quantum Zeit. Daher erscheint die Zeit – wie Bilder auf der Leinwand – als Kontinuum. In Wirklichkeit jedoch entspricht es einer springenden Einheit ZEIT. Würde man schliesslich den Sehschlitz auf eine unendlich kleine Breite verkleinern und Zeit sich als ein buntes Band vorstellen – bestehend aus roten und grünen gleich langen Abschnitten, die sich am Schlitz vorbei bewegen, so würde man grün für eine gewisse Zeit vorbeiziehen sehen, dann sofort den roten Abschnitt.

Doch selbst diese bildlichen Erklärungen entsprechen zunächst mehr oder weniger dem Versuch, mit möglichst wenigen verständlichen Worten eine Art virtueller Realität über das Phänomen ZEIT zu schaffen. Im Prinzip kann Gegenwart nur in diesem Kontext existieren, und sie tut es auch wirklich, ebenso wir und das Universum. Denn wenn dem nicht so wäre, dann würden Laser, Supraleiter und integrierte Stromkreise nicht funktionieren. Sie alle brauchen ein Quantum Existenzzeit, um das zu tun, was erforderlich ist. Dieses Quantum Zeit ist das, was die Uhr misst, oder „abgelaufene Zeit“ genannt wird. Sie ist die Zeit des Universums und ist das, was es „ticken“ lässt. Kein Ticken – kein Universum. Das ist nicht so offensichtlich, aber dieses Ticken der Zeit muss im ganzen Universum identisch sein, wenn das Universum zusammengehalten werden soll.”

 Erinnern wir uns:

« Die Welt besteht aus Grenzen, Schnittmengen und gemeinsamer Mitte. AUSSEN wie INNEN ».

Mit «H(i)X» haben wir Grenzen, Rotation und Mitte neu erfahren. Und es ist einfach sich vorzustellen, was passiert, wenn das Zentrum des Propellers sich verschiebt. Dann beginnt dieser Rotor zu eiern, gerät aus dem Gleichgewicht… so ist es mit unserem Innersten. Dieser Propeller dessen INNEN die MITTE ist, das Zentrum – und dessen AUSSEN begrenzt ist, Grenzen des Wachstums aufzeigt, dessen Fliehkräfte in Zaum gehalten werden müssen, führen uns zum WWW-Gesetz von Wachstum – Wandlung – Wiederkehr.

Der Weg der Wandlung führt zurück ins Zentrum

Der «Weg der Wandlung», das ist das Leben mit seinen Auf’s und Ab’s. Das VITAO®. Ein Wort bestehend aus VITA (Leben) – TAO (Weg / Tao Te King, eine Sammlung philosophischer und mystischer Aphorismen und Sinnsprüche) und der Null wenn man es als VITA-«0» mit einer angehängten Null versteht. Das EINE und das ANDERE. Die EINS und die NULL. Oder die EINS und das KEINS im Sinne von SEIN. Buchstaben und Zahlenspiele mit grenzwissenschaftlichem Hintergrund. Da aber möchte ich hier vorbildlich Grenzen setzen und mich auf Inhalte und Erläuterungen reduzieren, die interreligiös und wissenschaftlich interdisziplinär vermischt werden können, so dass die bestehende Kluft zwischen Kirche und Wissenschaft nicht noch grösser wird. Und die Stimmen der Enthaltung etwas mehr wieder in eine gemeinsame Mitte rutschen können.

© David McLion 2012

© David McLion 2012

«Wiederkehr» soll heissen, dass der zentrale Ursprungspunkt, aus dem die Flamme hervorzischte, Licht wurde, Spannung durch Entzweiung pulsierendes Wachstum entstehen liess, aus der ewig ruhenden Tiefe des SOSEIN der Wunsch und die Neugier nach «NEU-SEIN wollen» sich ausrollte, der Punkt zur Linie…, die Linie zur Fläche… und mit der Zeit die Fläche zum ZEIT-Raum, zum ZEITSTROM wurde… – «Wiederkehr» soll heissen, dass mal wieder Pause angesagt ist, der tangentiale Rückweg ins Zentrum Gesetz ist. Denn im Zwischenraum der Zeit-Perlen ist „Berührung“ mit dem Zentrum. Nichts geht weiter ohne den Sprung, den Quantensprung zur nächsten Zeitperle (erinnere bitte den Text des Physikers Bert Schreiber). Wandlung und Wiederkehr sind untrennbar miteinander verknüpft. Das ist das unterlagerte Null-Netzwerk des omnipräsenten Kybernetes, der elektrische Zaun der Vernunft, die Raumbegrenzung, dem sich der Mensch in seinen Freiheits-Gelüsten unterzuordnen hat.

Denn erinnere:

«Die Welt besteht aus Grenzen, Vernetzung (Schnittmenge) und gemeinsamer Mitte. AUSSEN wie INNEN».

Mit dem Zurück-Punkt, dem Pause-Punkt geht ein weiteres vermutetes Gesetz einher. Es geht um die innewohnende, einprogrammierte Steuerung des Systems. Schliesslich baut sich das Ganze auf einer Art Selbst-Steuerung auf. Und schon landen wir in der Streitfrage: Bin ich selbstgesteuert oder fremdgesteuert. Und falls letzteres zutrifft, wer ist der Fremde, der sich in mein Leben einmischt. Wir brauchen jetzt nicht sofort böse Geister oder einen lieben Gott zu bemühen – nein – vielmehr geht es um ein sogenanntes kybernetisches Modell, einen Kybernetes, einen Steuermann, der dem System innewohnt und den wir einfach als den bezeichnen wollen, der Sorge trägt für die Balance, das Gleichmass zwischen Start- und Stop-Kräften, zwischen progessiv und konservativ, zwischen rechts und links, zwischen Gas und Bremse.

© David McLion 2012

© David McLion 2012

«SSS» steht für Start – Stop – Steuerung. Leicht zu merken, jedoch nicht immer einfach umzusetzen, das Ruder im Lebensstrom auf Kurs zu halten. Wir haben es selbst in der Hand, dieses Steuerrad. Benennen wir es einmal mit dem, was man landläufig als Vernunft bezeichnet. Wikipedia mein dazu:

 „Der Begriff Vernunft bezeichnet in seiner modernen Verwendung die Fähigkeit des menschlichen Denkens, aus den im Verstand durch  Beobachtung und Erfahrung erfassten Sachverhalten universelle Zusammenhänge in der Welt durch Schlussfolgerung herzustellen, deren Bedeutung zu erkennen, Regeln und Prinzipien aufzustellen und danach zu handeln. Soweit sich die Vernunft auf Prinzipien des Erkennens und der Wissenschaften richtet, spricht man von theoretischer Vernunft. Ist die Vernunft auf das Handeln oder die Lebenshaltung ausgerichtet, folgt sie den Prinzipien praktischer Vernunft, die sich in moralischen Fragen an Werten oder zur Erreichung von Effizienz am ökonomischen Prinzip orientieren kann.“

Dieses SELBST, das unser Denken und Handeln mehr oder weniger beherrscht, ist vergleichbar mit dem Kern in uns, dem unerforschten ICH, welches im BIN zum Ausdruck kommt. Die Gedanken aus dem ICH-Zentrum verdichten sich zu TUN-Konsequenzen, manifestieren sich im AUSSEN als ein Stempel-Abdruck unseres INNEN. Nach dem Muster «Innen wird Aussen». Nun haben wir aber erfahren, dass es auf der Tastatur unserer Entscheidungen ein Undo gibt, das korrigierend im Zentrum eingreifen kann. Schnell mal gegooglet, bzw. bei Wikipedia nachgeschaut: Undo (englisch für zurücknehmen, rückgängig machen) bzw. Rückgängig (machen), Zurücknehmen oder Zurücknahme bezeichnet die Funktion von Anwendungsprogrammen, mit der eine oder mehrere Aktionen zurückgenommen werden können. Je nach Umfang der Anwendung kann die Undo-Möglichkeit von der Rücknahme der letzten Aktion bis zur Rücknahme sämtlicher Arbeitsschritte reichen.

Das hört sich ja gut an. Könnte im Leben irgendwie doch auch mit „Reue, Bereuen“ zu tun haben, oder? Und im Zusammenhang mit Bert Schreibers physikalischer Quantum Quanta Theorie könnte man darauf spekulieren, dass so etwas wie „Selbst-Verzeihung“ die Schlechtwetterlage des ICH-Zentrums entlasten würde. Wenn Zeit und Ereignis als einzelne gequantelte Bild-Sequenz existieren, dann löschen wir sie doch einfach aus, um unser Gewissen zu erleichtern. Busse tun im Selbstversuch! Warum nicht?  Schmunzel! 🙂 

WWW-3

! KLICK & ZOOM !

Freiheitsgelüste ohne feste Ankerpunkte, ohne selbstauferlegte Grenzen bringen das Selbst aus der Balance. Das ICH-BIN einander tangential in NULL berührend, in steter Wechselwirkung einaxiert (siehe Internet theosophische Einaxierung), was so viel bedeutet, als dass beide auf der gleichen Achse ruhen. Wer auf der ICH-Suche ist, muss sich an seinen Taten messen lassen, denn diese sind der Spiegel seines Kerns im Sinne von INNEN wird AUSSEN.

Denn erinnere:

 « Die Welt besteht aus Grenzen, Schnittmengen und gemeinsamer Mitte. AUSSEN wie INNEN ».

Inhalt des Buches QUO VADIS Homo bene figuratus?

 

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS - Wohlstandsbürger - wohin?

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS – Wohlstandsbürger – wohin?

Verantwortlichkeit

Der Weg in die Verantwortlichkeit beginnt mit einem «Loch», dem NICHTS, der Leere des Dreiecks, dem Zentrum der Kreisfläche, mit welchem das Dreieck kombiniert wurde. Hier im NICHTS, dem kleinsten Etwas, der grössten Verdichtung All-dessen-was-ist-und-miteinander-wirkt, setzen wir modellmässig den Anfang. Schliesslich muss es irgendwo einen Anfang geben. Die Geschichte vom Ei oder der Henne kennt ja jeder. So will ich es gleich vorwegnehmen. Henne und Ei bilden den Start in die Evolution. Man könnte dies auch noch verkürzen und durch eine einfache Symbolik ersetzen: das «&», welches steht für UND oder «Sowohl-als-auch». Die Einheit als Zentrum. Das Eine. Das Vereinte. Das was sich aus welchem Grund auch immer entzweite, teilte, zahlenmässig zur ZWEI wurde, bipolar in Spannung einander verbunden, unzertrennlich, unkaputtbar, in der Hoffnung, sich wieder zu vereinen, EINS zu werden, Quelle zu sein für den Fluss in der Zeit, den Zeitstrom der Unendlichkeit, das Band, die Welt auf der wir stehen, gehen, leben, sterben, wiedergeboren werden – rund um die Uhr eines universalen Zeitverständnisses, rhythmisch, zyklisch, gepulst, stoffwechselmässig uns immer wieder erneuernd…

 So haben wir einen gemeinsamen Mittelpunkt – als Lebensquell und Ursprung – das «Loch» im Penrose-Dreieck. Genauso wichtig ist die Vorstellung eines Bandes, vergleichbar einem Förderband, der ZEIT oder das VITAO®, den Weg der steten Veränderung. Wie ein Kanal ist dieses Band seitlich begrenzt. Ein Fluss ohne feste Ufergrenzen würde schnell im Sande versiegen. Und wir haben schliesslich ein AUSSEN im Sinne einer Schale – und ein INNEN, den Kern.

© David McLion 2012

© David McLion 2012

Dieses Konstrukt-Phänomen habe ich «H(i)X» genannt. Das rotierende «H» steht für eine links wie rechts begrenzte Strecke, oder einen Zeit-Abschnitt, einen Zyklus oder Pulsschlag, das Hin- und Her des Pendels einer Uhr, Ebbe und Flut, den Lichtstrahl, welcher vom Dunkel begrenzt ist, das JA, welches zwischen zwei NEINs sich äussert, den einzelnen Ton, der von der Pause umgeben ist, bevor er zum nächsten Ton der Tonleiter springt oder die EINS (1) begrenzt vom KEINS (0).

© David McLion 2012

© David McLion 2012

Das «X» will deutlich machen, dass sich «H» wie ein Propeller um seinen gedachten Mittelpunkt dreht. Im aufrechten 90° Winkel wird das «H» zur römischen Ziffer «I» (1) oder auch zum Buchstaben «I» (i). Dreht sich dieser «H-Propeller» erst einmal, dann wird er schliesslich unsichtbar und damit zur «0» (Null). Wer das einmal für sich bildhaft umsetzen konnte, der wird sich über die Bedeutung des Paradoxon «Sowohl-als-auch» klar und begreift, dass die Frage „Sein oder Nichtsein“ (Hamlet, 3. Aufzug, 1. Szene) aus der schmerzlichen Trennung der Einheit hervorgeht, dem «Entweder-Oder». Denn wer sich von der sogenannten Unsichtbarkeit, dem Nichts oder der Null nicht täuschen lässt, dem liegt die Wahrheit auf der Zunge: «Sein & Nicht-Sein» oder Sowohl Sein als auch Nicht-Sein ist die Antwort. Denn: «Die Welt braucht  Grenzen … »

«HX» ist mithin die wichtigste Figuration zum Verständnis meiner Ausführungen in diesem Buch und sollte möglichst fest eingeprägt werden. Warum?

Bert Schreiber (USA) 1989Privatarchiv

Bert Schreiber (USA) 1989
Privatarchiv

Ich vertrete hier die Forschung des amerikanischen Physikers Bert Schreiber, der in seiner physikalischen Theorie des Universums «QUANTUM QUANTA» zu folgendem Schluss kam, welche Albert Einsteins Hypothesen von der Zeit als Kontinuum infrage stellt:

Textauszüge aus MATRIX 3000, Band 6, ab Seite 32. Bert Schreiber († 2007) war Mitglied des VITAO®-Wissenschafts-Stammtisch.

“Diese Theorie kann mit einem Wort umschrieben werden: Grenzen. Es bestehen ganz einfach Grenzen der Messbarkeit und damit der greifbaren (begreifbaren) Existenz. Diese Grenzen beziehen sich auf die fundamentalen Einheiten der physikalischen Messung, die in der Physik angewandt werden und die derzeit Masse, Länge und Zeit sind. Ist es jedoch nicht eine Tatsache, dass Fläche und Volumen ebenfalls fundamentale Einheiten der physikalischen Messung sind?

Um den Begriff der Messbarkeit zu verstehen, muss man bis zu Pythagoras zurückgehen. Er ging als Erster davon aus, dass Länge und Zeit (was wir heute Masse nennen, war damals noch nicht definiert) ein endlicher Wert (ein Teilchen) oder kontinuierlich sein können. Dieses Teilchen wird mit Quantum bezeichnet. Xenokrates (396 – 313 v. Chr.) verwirrte die pythagoreischen Überlegungen noch weiter. Die Paradoxa von Xenokrates waren im Kern eine Diskussion über die Frage, ob Zeit und Länge eine finite kleine Werteinheit oder ein Kontinuum (gemäss der üblichen mathematischen Geometrie ein Fluss von dimensionslosen Punkten) sind, wobei Länge (eine Strecke) sich aus dimensionslosen Punkten zusammensetzen würde. Nimmt man dagegen an, dass Zeit dieses Quantum – auch Sprung genannt – ist, dann könnte die Paradoxa von Xenokrates gelöst werden.

(…) Zeit, was immer es auch ist, besteht angeblich aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das entspricht den menschlichen Vorstellungen und bedarf keiner weiteren Erklärung. Jetzt halten wir inne und denken nach. Falls die Zeit ein Kontinuum wäre, dann könnte es keine Gegenwart geben. Sie würde zur gleichen „Zeit“ auftauchen und verschwinden. Gegenwart könnte nicht existieren, und damit könnten weder wir noch das Universum existieren. Das bedeutet, dass eine Gegenwart nur existieren kann, wenn die Zeit selbst in irgendeinem Quantum oder einer Existenzform für eine gewisse „Zeit“ existiert. Das ist ganz leicht zu verstehen…”

Tangentiale Berührung

© David McLion 2012

Die einfachen wissenschaftlichen Hintergründe sind wichtig für das Gesamtverständnis. Die Bedeutung des Abstandes zwischen den ZEIT-Perlen (1) in tangentialer Berührung (0) zieht sich als Konsequenz durch unser gesamtes Leben. Unsere individuelle Wahrnehmung ist nur möglich, weil sie einzelne Bilder abspeichert – unser Gefühlsleben digital aufzeichnet in sogenannten Engrammen, welche unser Leben strukturieren. Bevor ich weiterfahre in den Hintergründen und Vernetzungen dieser Albert Einsteins widerlegenden Vorstellung von einem «Zeitkontinuum», möchte ich anhand der Abbildung darstellen, wieso wir heute u.a. mit einem derartigen Frust unserer Jugend konfrontiert werden:

Wetterlage-2

© David McLion 2012

Inhalt des Buches QUO VADIS Homo bene figuratus?

 

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS - Wohlstandsbürger - wohin?

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS – Wohlstandsbürger – wohin?

Das Wahrscheinlichkeiten-Potential …

Alles ist ein einziger grosser Gedanke (Wolke, Cloude, ABC = A Big Cloude), aus dem kleine und kleinste Gedanken-Teilchen (Impulse, ungezählte Tropfen-Zahlen) herausgelöst werden. Dieses Gedanken-EINE ist das sogenannte Wahrscheinlichkeiten-Potential, die Grund-Idee einer unfassbaren Vorstellungswelt. Eine innere Welt, welche angelegt ist in einem Basis-Substrat-Mikro-Kosmos, welches jeder Zelle dieser universalen EINHEIT zu eigen ist. Als Gesetz. Als Programm der Vielfalt in Einheit. In seiner Mitte. In seinem Kern. Und sich auf vielfältigste Art und Weise manifestieren kann (EINHEIT in VERSCHIEDENHEIT).

Gedankenflut

© 2012 David McLion

Erinnern wir uns noch einmal an das Weltenmodell des Möbiusbandes oder des Penrose-Dreiecks. In seiner Mitte ist nichts, Leere, Null. Im gleichseitigen Dreieck sprechen Architekten und Mathematiker ebenfalls von einem Nullpunkt. Um das sichtbarer zu machen, ist das Penrose-Dreieck einfach um seine 3 Spitzen ergänzt worden. So haben wir 3 Figuren in einer kombiniert. Das Möbiusband, welches Stephen W. Hawking auf seinem Bucheinband „Eine kurze Geschichte der Zeit – Die Suche nach der Urkraft des Universums“ als universales Weltenband-Modell der Unendlichkeit übernommen hat. Das Penrose-Dreieck, welches die mehrdimensionale Form des Möbiusbandes als Fläche platt (flach) macht – und schliesslich das gleichseitige Dreieck, welches in die Chaos-Forschung eingegangen ist: das Sierpinski-Dreieck, ein 1915 von Waclaw Sierpinski beschriebenes Fraktal.

All diese mathematischen Bild-Muster dienen dazu, die Welt in ihrer Unendlichkeit auf ein nachvollziehbares Modell zu reduzieren, welches all unser Streben nach Vereinfachung und Funktion in Balance hält. Auf den Punkt gebracht möchte ich anbieten:

« Die Welt besteht aus Grenzen, Schnittmengen und gemeinsamer Mitte. AUSSEN wie INNEN ».

Inhalt des Buches QUO VADIS Homo bene figuratus?

 

 

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS - Wohlstandsbürger - wohin?

Originaltext des geplanten Buches: QUO VADIS – Wohlstandsbürger – wohin?

Omnipräsenz, Kindergärten & Mütter

Omnipräsenz – Allgegenwart bedeutet so viel wie überall zur gleichen Zeit sein, nicht im Stau stehen müssen – das sind zwei Welten, welche diametral gegenüberstehen. Mit unserem persönlich an mehreren Orten gleichzeitig sein zu wollen / möchten / müssen schaffen wir uns nur Stress. Das Automobil – die Mobilität des Individuums – hat deshalb keine wirkliche Wachstums-Chancen mehr. Dabei wird man das Gefühl nicht los, dass globale Verfügbarkeit und Präsenz von Kontrollpersonen und Sicherheitssystemen immer wichtiger wird… Aber gerade dafür haben wir ja noch das WWW – weltweite Netz. Nur keiner nutzt es wirklich, wie man es nutzen sollte oder längst könnte. Immer noch meinen wir, an unserem Arbeitsort physisch präsent sein zu müssen. Ich muss das nicht argumentieren, wie wir das anders lösen könnten – ja längst auch tun – nur nicht konsequent genug. Immer noch werden massig Bürobunker gebaut, statt Kindergärten für Mütter, die zuhause sind und trotzdem ihrem Job nachgehen. Starke Frauen braucht es, natürlich auch neue Männer, die bereit sind, als Ernährer öfters mal zuhause zu bleiben.

WWW

Vieles lässt sich heutzutage von zuhause erledigen. Haben wir doch längst keine Postkutschen mehr. Und keine Flaschenpost. Glasfaserkabel verbinden die Welt. Und ein gemeinsamer Pulsschlag NULL. Da braucht es nicht immer einen kontrollierenden Chef mit nervendem Blick auf die Uhr. Auch keine Video-Überwachung. Vielmehr Vertrauen in unsere Motivation und Tatkraft. In unsere Eigenverantwortlichkeit, wenn wir das Gefühl haben, am richtigen Ort eine Arbeit zu tun, die uns auf den Leib geschrieben ist. Ist es nicht? Was läuft da falsch? Wo leben wir? Was haben wir aus unseren Errungenschaften gemacht?

EINER aber kontrolliert längst – eigentlich seit dem ersten Tag und der ersten Nacht – omnipräsent dieses Geschehen… und lacht sich womöglich kaputt über diese Emsigkeit, die nur Stress erzeugt, aber wenig effizient ist. Das ist der Kybernetes, der Steuermann, der über alles gleichzeitig wacht. Und in Tat und Wahrheit an jedem Ort zur gleichen Zeit ist. In uns und um uns herum. Der Herrscher über den Wolken … und in jedem Herzen, das pocht.

 VITAO®: Der Weg in die Verantwortlichkeit

Verantwortung – was ist das?
  •  Ist Verantwortung an Wahrnehmung gebunden?
  • Die beginnende Mutterschaft einer noch Minderjährigen bringt urplötzlich neue Verantwortlichkeit mit sich.
  • Die Sorge um das noch ungeborene Wesen unter ihrem Herzen.
  • Ängste, Vorfreude, Verunsicherung machen sich breit.
  • Der ebenfalls junge Erzeuger aber ist noch weit entfernt von all ihren Gefühlen.
  • Er hat seine biologische Arbeit verrichtet und Spass dabei gehabt.
  • Ein Gefühl für diese Verantwortlichkeit muss erst wachsen.
  • Er muss erwachsen werden.
  • Was aber muss sich da entwickeln?

Schnell ist zu erkennen, dass soziale Verantwortung und persönliche Freiheit einander in Beziehung stehen. Wird diese persönliche Freiheit eingeschränkt, oder gar das persönliche Wohl, die eigene Sicherheit aufs Spiel gesetzt, nimmt nicht selten die Bereitschaft ab – für die Geliebte, den Hilfesuchenden, die Familie, die gesellschaftlichen Verpflichtungen, Mitverantwortung für die Heimat oder gar die Welt zu tragen. Da  zieht man sich zurück, blickt verlegen weg… Da macht man sich schnell mal aus dem Staub. Nach dem Motto: Was habe ich damit zu tun. Sollen sich doch andere darum kümmern. Ich kann ohnehin nicht viel ausrichten. Muss erst mal mein eigenes Leben auf die Reihe bringen.

Lässt sich Verantwortung lernen? Welches sind die Grundvoraussetzungen, damit man möglichst früh im Leben lernt, eigenverantwortlich zu handeln? Gibt es ein Welt-Verantwortungs-Gen, das nur noch erkannt und besser ausgebildet (Bildung, ein Bild im Kopf haben dafür) werden muss, weil es im Multikulti-Globalisierungs-Rausch nicht mit gewachsen ist – und nur von wenigen Eltern früh genug gefördert wird. Denn Bildung macht frei… und welche Eltern der verschiedensten Kulturen wollen ihre Schösslinge – gar ihre Töchter – zu frei denkenden Erwachsenen erziehen und ermutigen.

«Jeder ein Genie»

Es geht um das Verstehen wie Welt funktioniert, wie Welt in ihrer Schnelllebigkeit uns krank macht. Weil sinngebende, motivierende Modelle fehlen, welche den Menschen als Gestalter seiner Welt einbinden. Damit er lernt, ihre Werte zu schätzen und zu schützen, sich mitverantwortlich einbringt, Besitz ergreift von dieser, seiner Welt.

Es geht darum, mein Leben mit dem Weltgeschehen „draussen“ zu verzahnen, im Kopf ein Bild zu haben, welches mich in die Maschinerie, den Rhythmus, die zunehmende Geschwindigkeit einbindet, und mich deutlich erkennen lässt, dass mein persönliches Kraftpotential gebraucht wird.

Fritz ZwickyAstrophysiker und Weltbürger aus dem Glarnerland

Beim Astrophysiker Fritz Zwicky können wir nachlesen,  dass „Jeder ein Genie“ ist. Das stimmt schon mal optimistisch, generiert Tageslaune, Zufriedenheit und Lebensfreude.

Fritz Zwicky – Jeder ein Genie Verlag Herbert Lang Bern (1971) ©Fritz Zwicky Stiftung Glarus ISBN 3-85546-058-2 mit Unterstützung des Regierungsrates des Kts. Glarus

Fritz Zwicky war der Sohn eines in Bulgarien tätigen Schweizer Baumwollhändlers. Mit sechs Jahren wurde er zwecks Einschulung nach Glarus zu seinen Grosseltern geschickt. Später bestand er die Matura in Zürich mit Bestnoten. Zwischen 1917 und 1925 studierte er an der Eidg. Technischen Hochschule Zürich Mathematik und Experimentelle Physik. Ausgestattet mit einem Rockefeller-Stipendium emigrierte er 1925 nach Pasadena, um sein Studium am Caltech fortzusetzen. Später hielt er dort als Assistenzprofessor Vorlesungen in Atomphysik. Er entwarf zahlreiche kosmologische Theorien, die zum heutigen Verständnis des Universums Wesentliches beitrugen. 1942 wurde er zum Professor für Astronomie berufen. Daneben arbeitete er zwischen 1943 und 1961 auch als Berater der Aerojet Engineering Corporation und erprobte verschiedene Treibstoffe und Materialien, um die Raketentechnik für die Raumfahrt voranzutreiben. Ab 1948 war er auch Mitglied des Mount-Wilson-Observatoriums und des Observatoriums auf Mount Palomar.

Nur wer sich als Mittelpunkt seiner Welt versteht und weiss, dass jede Handlung alle Handlungen der Welt verändern kann – nur wer das Rüstzeug mitbekommt von seinen Eltern, dass er als Gewinner geboren wurde, einer der mit Gedankenmacht ausgerüstet die Welt verändern kann, der traut sich auch zu, eigenverantwortlich (Welt-verantwortlich) zu denken und zu handeln.

Wer sich hingegen nichts zutraut, wer nicht weiss, wer er ist, was er auf dieser Welt zu suchen hat, wer keine Wurzeln spürt, aus dem kann auch kein starker Baum und erst recht kein Wald erwachsen.

 Woher kommen eigentlich Gedanken? 

Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin schreibt im Internet: (…) “Eine der wichtigsten Entdeckungen der letzten Jahre war das Verständnis der Rolle, die unser eigenes Denken in der Gestaltung unseres Lebens spielt. Jeder einzelne unserer Gedanken ist viel mehr, als wir bisher annahmen. Gedanken sind bei weitem keine vagen „Nichts”, die zu nichts führen und nichts bewirken, sondern sie sind – wie Forscher auf dem Gebiet der Neurologie herausfanden – elektrische Impulse, die elektrische und chemische Umschaltungen im Gehirn auslösen. D.h. Gedanken sind Kräfte.

Wenn das Gehirn ein elektrisches Kommando – einen Gedanken – erhält, so startet es sofort mit mehreren Aktivitäten: Es reagiert auf den Gedanken, indem es die entsprechenden chemischen Kontrollsubstanzen im Körper freisetzt, und es versetzt das zentrale Nervensystem in Bereitschaft, entsprechend zu reagieren und zu handeln.

(…) Wenn wir uns der Arbeitsweise des Gehirns bewusst sind, dann liegt es bei uns, womit wir es als nächstes programmieren. Ihrem Unterbewusstsein ist es gleichgültig, woher diese Programmierung kommt, oder wie es sie erhält. Es wird einfach weiterhin die Informationen akzeptieren, die ihm zugeführt werden, gleichgültig, ob diese richtig oder falsch sind, oder ob sie zu unserem Wohl oder Schaden sind.”

Wenn wir also nicht persönlich die Verantwortung für die Pflege und Programmierung unseres Unterbewusstseins übernehmen, wenn wir nicht selbst die Regie im Leben führen, dann wird unser Leben von der Gedanken-Programmierung unserer Eltern und Erzieher, unseren vergangenen Erfahrungen und den Launen der anderen abhängen.

Inhalt des Buches QUO VADIS Homo bene figuratus?